19.05.2007 · Nach dem angekündigten Rücktritt des Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz ist eine Debatte darüber entbrannt, ob der Posten weiterhin allein von den Vereinigten Staaten bestimmt werden sollte. Als Nachfolger Wolfowitz' ist zum Beispiel Tony Blair im Gespräch.
Nach dem angekündigten Rücktritt des Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz ist eine Debatte darüber entbrannt, ob sein Nachfolger traditionell weiterhin allein von den Vereinigten Staaten bestimmt werden sollte. Das Direktorium der Weltbank kam am Freitag zu Beratungen über Führungsfragen zusammen. Dabei sollte auch darüber gesprochen werden, wie ein neuer Präsident gewählt werden sollte und ob es für eine Übergangszeit zunächst einen Interims-Chef aus den Reihen der Weltbank geben sollte.
Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte unterdessen, die Nachfolge-Frage selbst zu entscheiden. „Der Präsident wird eine Person auswählen, von der er meint, dass es die beste für den Job ist“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Finanzminister John Paulson erklärte, er werde Bush nach Beratungen mit anderen Mitgliedern der Weltbank bei der Suche helfen. Allerdings sei klar, dass es sich um einen amerikanischen Bürger handeln werde.
Blair als Nachfolger?
In amerikanischen Medien wurden unterdessen zahlreiche Namen möglicher Nachfolger genannt. Darunter waren der scheidende britische Premierminister Tony Blair, das frühere Notenbank-Mitglied Paul Volcker, der ehemalige Vize-Außenminister Roberrt Zoellick und der stellvertretende Finanzminister Robert Kimmitt genannt.
Entwicklungshilfegruppen sprachen sich derweil dafür aus, die Befähigung und nicht die Nationalität zum entscheidenden Kriterium bei der Besetzung des Postens zu machen. Wolfowitz hatte sich am Donnerstag nach wochenlangem Widerstand doch noch zum Rücktritt per Ende Juni bereit erklärt. Ihm wird vorgeworfen, seine Lebensgefährtin bei einer Beförderung begünstigt zu haben.
Ethikmachtkampf
Dirk R Bode (Patou)
- 19.05.2007, 13:22 Uhr