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Vereinte Nationen Italien bietet Führung der UN-Truppe im Libanon an

21.08.2006 ·  Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi hat den Vereinten Nationen offiziell angeboten, die UN-Friedenstruppe im Südlibanon zu führen. Die Opposition warnt vor einer „Kamikaze-Mission“.

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Die italienische Regierung hat den Vereinten Nationen offiziell angeboten, die Führung einer UN-Friedenstruppe im Südlibanon zu übernehmen. Ministerpräsident Romano Prodi sagte am Montag, er habe UN-Generalsekretär Kofi Annan darüber in Kenntnis gesetzt, daß sein Land dazu bereit sei. Annan werde am kommenden Wochenende über das Kommando der Truppen entscheiden.

Einige Vertreter der italienischen Opposition äußerten sich derweil ablehnend: Sie warnten, daß Italien sich möglicherweise auf eine „Kamikaze-Mission“ einlassen würde.

Regierung in Beirut begrüßt Angebot

Die libanesische Regierung nahm indes das italienische Angebot an, zunächst 2000 Soldaten zur Überwachung der Waffenruhe zwischen Israel und der schiitischen Hizbullah-Miliz zur Verfügung zu stellen. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte Italien am Sonntag gebeten, die Führung der internationalen Truppe zu übernehmen.

Insgesamt hat die italienische Regierung der Entsendung von 3000 Mann zugestimmt. Damit leistet Italien den bisher gewichtigsten Beitrag für die Friedenstruppe, die bis auf 15.000 UN-Soldaten wachsen soll. Auch Deutschland will sich an dem UN-Einsatz beteiligen.

3500 Soldaten bis Anfang September

Derzeit hat die UN im Rahmen der Unifil-Mission 2000 Friedenssoldaten im Libanon stationiert, bis Anfang September sollen 3500 dazukommen. Ursprünglich hatte sich Frankreich als Führungsmacht ins Gespräch gebracht, will sich nach Unstimmigkeiten über die Befehlsstrukturen der UN-Truppe jedoch nur noch mit 200 Soldaten beteiligen.

Die Friedenstruppe ist neben der Waffenruhe Kern einer UN-Resolution, mit der die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und der von libanesischem Boden operierenden Hizbullah-Miliz beendet werden sollen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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