19.06.2010 · Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich laut einem Bericht der Vereinten Nationen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Darin heißt es, die Zahl der Bombenanschläge sei in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2009 um 94 Prozent gestiegen.
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Das geht aus einem am Samstag veröffentlichten Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon an den Sicherheitsrat hervor. Danach nahm die Zahl der Bombenanschläge auf den Straßen in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent zu. Die Zahl der Mordanschläge auf afghanische Behördenvertreter sei um 45 Prozent gestiegen. Pro Woche würden etwa drei Selbstmordanschläge verübt, die Hälfte davon in den überwiegend von Paschtunen bewohnten Gegenden im Süden Afghanistans, heißt es weiter.
Der UN-Bericht steht im Gegensatz zu Äußerungen aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium, wonach es langsame, aber stetige Fortschritte in Afghanistan gebe. Allerdings wird in dem UN-Bericht auch darauf hingewiesen, dass die Zunahme der Angriffe unter anderem mit den Militäroffensiven zu Beginn des Jahres im Süden des Landes zusammenhänge.
Weiter heißt es, es gebe auch ermutigende Zeichen. Dazu gehöre das Vorhaben der Regierung, auf die Aufständischen zuzugehen. Die Vereinten Nationen arbeiteten eng mit der afghanischen Regierung zusammen, um die für September geplante Parlamentswahl vorzubereiten. Mit Bezug auf den Bericht betonte Nato-Sprecher Brigadegeneral Josef Blotz, die internationalen Streitkräfte machten Fortschritte. Es seien zwar weiter harte Kämpfe zu erwarten, aber das Blatt wende sich. Die Nato und die afghanischen Streitkräfte würden immer schneller diejenigen identifizieren, die für Angriffe verantwortlich seien.
Auch sei die Zahl der Zivilisten, die bei Einsätzen der internationalen Streitkräfte getötet oder verwundet würden, in den vergangenen zwölf Wochen im Vergleich zum Vorjahr um 44,4 Prozent gesunken. Wegen der verstärkten Militäreinsätze steigt aber auch die Zahl der getöteten Soldaten. Der Juni droht zum verlustreichsten Monat für die amerikanischen Truppen seit dem Einmarsch in Afghanistan Ende 2001 zu werden. Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates versicherte am Mittwoch dennoch, es gebe Fortschritte. „Wir gewinnen wieder die Initiative zurück.“
S i c h e r h e i t s lage?
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 19.06.2010, 19:29 Uhr
Wiederholungen gefallen nicht!
Harry LeRoy (Cimon)
- 19.06.2010, 21:23 Uhr
Warum verschliesst man die Augen vor der Realität?
pauline mohr (paulinemohr)
- 20.06.2010, 19:33 Uhr
Die Taliban sind Garant für unbegrenzte ISAF-Anweseheit........................
Michael Fichtner (kartracer)
- 21.06.2010, 08:14 Uhr