11.06.2010 · Die UN-Klimakonferenz in Bonn ist ohne einen gemeinsamen Beschluss zu Ende gegangen. Umweltorganisationen kritisieren fehlenden politischen Willen der Industriestaaten. Die Bonner Konferenz diente zur Vorbereitung des Klimagipfels in Cancún.
Bei der UN-Klimakonferenz in Bonn haben sich die Vertreter von 175 Staaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen für ein neues Weltklimaabkommen einigen können. Etwa 4500 Teilnehmer verhandelten fast zwei Wochen lang, ohne konkrete Vereinbarungen für den weiteren Weg zu treffen. Ein neuer Entwurf für die nächsten Verhandlungsrunden lag zum Abschluss der Konferenz zwar vor, wurde aber nicht beschlossen.
Umweltorganisationen kritisierten die Ergebnisse von Bonn als zu dürftig und als „schlechte Basis“ für die weitere Klimapolitik. In dem vorgelegtem Entwurfstext wird die Erfordernis von „tiefen Einschnitten“ beim globalen Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen betont. Noch in Klammern steht unter anderem das Langfristziel, die Erderwärmung auf 1,5 oder 2 Grad Celsius zu begrenzen. Zudem steht im Entwurf, dass der Höhepunkt des globalen und nationalen Treibhausgas-Ausstoßes bis 2020 erreicht werden soll. Die globalen Emissionen sollen dann bis 2050 um insgesamt mindestens 50 bis 85 Prozent gegenüber 1990 vermindert werden. Die Industrieländer allein sollen eine erhöhte Minderung von mindestens 80 bis 95 Prozent leisten.
Keine neuen Angebote der Industrieländer zur Minderung der Treibhausgase
Für die Minderung der Treibhausgase gab es allerdings in Bonn keine neuen Angebote oder Vorschläge von Seiten der Industrieländer. Ungelöst blieben auch die Vergabemechanismen und Kriterien der zugesagten Finanzhilfen reicher Staaten an ärmere Länder. Vertreter der Entwicklungsländer kritisierten, dass von den auf dem Kopenhagener Gipfel zugesagten 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro) an Schnellhilfe noch kein Geld geflossen sei.
Umweltorganisationen kritisierten den Entwurf als unzureichend. Die Bonner Konferenz habe nicht klären können, was in Cancún beschlossen werden solle, sagte der Klima-Koordinator von Greenpeace, Martin Kaiser. „Es ist auch nicht klar, wann ein ambitionierter und gerechter, globaler Klimavertrag unterzeichnet werden kann.“ Die Industriestaaten hätten sich erneut vor verbindlichen und ausreichenden Zusagen zur CO2-Minderung gedrückt, erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. „Die Industriestaaten spielen ein hochriskantes Spiel, wenn sie verbindliche Zusagen immer wieder verschieben“, sagte Klimaexpertin Antje von Broock. Die EU sollte vorangehen und ihre Minderungszusage bis 2020 von 20 auf 30 Prozent erhöhen.
Zur Vorbereitung des nächsten Weltklimagipfels Ende des Jahres im mexikanischen Cancún sollen noch zwei weitere UN-Konferenzen stattfinden: Anfang August wiederum in Bonn und im Oktober in Peking. Mit einem fertigen neuen Abkommen zum globalen Klimaschutz ist nach dem Fehlschlag von Kopenhagen allerdings auch in Cancún noch nicht zu rechnen. Auch eine Fortführung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2012 ist offen.
Den unseriösen Laden bitte abwracken !
Gerrit Schmedding (pankratius1)
- 11.06.2010, 17:06 Uhr
Weil es letztlich nicht durchsetzbar ist
Klaus Dieter (Leser2009)
- 11.06.2010, 17:07 Uhr
Die Klimakatastrophe hat ihren Höhepunkt überschritten
Horst Trummler (Vandale6906)
- 11.06.2010, 17:21 Uhr
Mal ne gute Nachricht
Arthur Robert (Marathon_X)
- 11.06.2010, 17:23 Uhr
Auch eine Fortführung des Kyoto-Abkommens ist noch nicht gesichert, heisst es.
Detlef Symietz (Symietz)
- 11.06.2010, 18:17 Uhr