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Syriens Atomprogramm Washington wirft Damaskus Verschleierung vor

28.11.2008 ·  Der Streit um Syriens mutmaßliches Atomwaffenprogramm spitzt sich zu: Amerikanische Diplomaten beschuldigten Damaskus am Freitag, die Internationale Atomenergiebehörde an der Nase herumzuführen. Auch Frankreich kritisiert Syrien.

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Amerikas Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Gregory Schulte, hat Syrien vorgeworfen, die Organisation über den wahren Stand seines Atomprogramms zu täuschen. Auf der Tagung des IAEA-Gouverneursrats in Wien sagte Schulte am Freitag: „Syrien scheint zu versuchen, die Taktik von Verhinderung und mangelnder Hilfsbereitschaft, die Iran verfeinert hat, zu wiederholen.“

Einem IAEA-Bericht von vergangener Woche zufolge ähnelte ein 2007 in Syrien zerstörtes Gebäude so stark einem Reaktor, dass davon ausgegangen werden könne, dass Syrien an der Herstellung von waffenfähigem Plutonium gearbeitet habe. Auch wenn Israel nie zugegeben hat, den Angriff auf den mutmaßlichen Reaktor in Al Kabir geflogen zu haben, wird das Land in dem IAEA-Bericht als Schuldiger genannt.

Washington: „Keine friedlichen Absichten“

In dem Bericht der IAEA vom 19. November hatte es außerdem geheißen, am früheren Standort der im September 2007 von der israelischen Luftwaffe zerstörten Anlage in der syrischen Wüste seien Uran-Spuren entdeckt worden.

Schulte sagte am Freitag, die von israelischen Kampfflugzeugen im September 2007 bombardierte Anlage sei „nicht zur Produktion von Elektrizität“ geeignet gewesen. Sie sei dafür zu abgelegen und auch für Forschungszwecke ungeeignet gewesen. Schulte forderte die UN-Atombehörde auf, ihre Untersuchungen in Syrien fortzusetzen.

Mit dem von Israel 2007 zerstörten angeblichen Reaktor bei Al Kibar hätte Syrien „keine friedlichen Absichten“ verfolgt, sagte Schulte weiter. Bei dem Bau haben nach amerikanischen Geheimdiensterkenntnissen möglicherweise nordkoreanische Techniker geholfen. Die EU nannte El Baradeis Report am Freitag „in vieler Hinsicht beunruhigend“.

Frankreich wirft Syrien Säuberung vor

Damaskus hatte die IAEA-Inspekteure erstmals im Juni dieses Jahres ins Land gelassen. Weitere Untersuchungen wurden bisher jedoch nicht genehmigt.

Frankreichs warf Syrien außerdem vor, vor der internationalen Inspektion Anlagen „gesäubert“ zu haben. Kurz vor der IAEA-Anfrage auf Zutritt zu drei verdächtigen Anlagen seien dort Erdarbeiten durchgeführt worden, sagte der Vertreter der französischen EU-Ratspräsidentschaft, François-Xavier Deniau am Freitag während der Tagung des IAEA-Gouverneursrats in Wien.

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