20.10.2006 · Israel hat den Protest des Befehlshabers der UN-Truppe im Libanon (Unifil), Pellegrini, gegen Verletzungen des libanesischen Luftraums durch die israelische Luftwaffe zurückgewiesen. Pellegrini hatte die Vereinten Nationen zuvor um Luftabwehr gebeten.
Der Streit um die Verletzung des libanesischen Luftraumes durch israelische Kampfflugzeuge verschärft sich. Die israelische Regierung wies am Freitag Forderungen der UN-Truppe im Libanon (Unifil) nach einem Ende der Militärflüge zurück, nachdem der französische Unifil-Befehlshaber Alain Pellegrini die Vereinten Nationen (UN) um Flugabwehr zur Vorbeugung gegen israelische Luftangriffe gebeten hatte. Israel habe die UN-Resolution 1701 weitgehend erfüllt, während der Libanon Kernbedingungen nicht erfüllt habe, sagte der israelische Regierungssprecher Mark Regev.
Das geistliche Oberhaupt der libanesischen Schiiten, Mohammed Hussein Fadhlallah, kritisierte in seiner Freitagspredigt die Unifil und besonders den Auftrag der Deutschen Marine vor der libanesischen Küste. „Der Libanon ist auf dem besten Wege zu einem internationalen Protektorat zu werden“, sagte er nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur ANI. Das Land sei nun von der Seeseite her blockiert.
Leicht „mit dem Finger auf Israel zu zeigen“
Die Deutsche Marine hat in ihrem Operationsgebiet 50 Seemeilen vor der Küste den Auftrag, die Souveränität der libanesischen Regierung zu schützen und den Schmuggel von Waffen für die schiitische Hizbullah-Miliz zu verhindern. An der Grenze des Libanons zu Israel demonstrierten am Freitag etwa 1000 Anhängerinnen der Hizbullah.
Pellegrini beschwerte sich am Donnerstag bei den Vereinten Nationen in New York über die Verletzung des libanesischen Luftraums durch israelische Kampfflugzeuge. Er erklärte, die UN-Truppe würde sich notfalls verteidigen, sollte Israel die Blauhelmsoldaten noch einmal angreifen. Während ihres Libanon-Feldzuges hatten israelische Soldaten im Juli ein Unfil-Lager im Südlibanon attackiert und dabei vier Blauhelmsoldaten getötet.
„Für internationale Repräsentanten ist es manchmal leichter, mit dem Finger auf Israel zu zeigen“, sagte Regev. Der Libanon müsse die zwei verschleppten israelischen Soldaten freilassen, dürfe im Gebiet südlich des Flusses Litani keine bewaffneten Hisbollah-Kämpfer zulassen und habe ein Waffenembargo sicherzustellen.