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Nach Gaza-Abzug „Jetzt sind die Palästinenser an der Reihe“

16.09.2005 ·  In seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat der israelische Ministerpräsident Scharon die Palästinenser aufgerufen, nach dem Gaza-Abzug „ihren Wunsch nach Frieden zu beweisen“.

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In seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Palästinenser in die Pflicht genommen und von ihrer Seite Schritte auf dem Weg zu einem Nahost-Frieden gefordert.

Der Abzug Israels aus dem Gazastreifen eröffne den Palästinensern eine Chance zu handeln, sagte Scharon am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung. „Die Palästinenser werden immer unsere Nachbarn sein“, sagte Scharon. „Wir respektieren sie und wollen nicht über sie herrschen. Sie verdienen auch die Freiheit und ein souveränes nationales Gebilde in ihrem eigenen Land.“

Erekat: Israelis müssen vollständig abziehen

Scharon fügte hinzu: „Jetzt sind die Palästinenser an der Reihe, ihren Wunsch nach Frieden zu beweisen.“ Die palästinensische Regierung stehe vor ihrer härtesten Prüfung: „Dem Terror und seiner Infrastruktur ein Ende zu bereiten, die Anarchie der bewaffneten Gruppen zu stoppen.“

Video: Israel beendet Rückzug aus dem Gazastreifen

In einer ersten Reaktion auf die Rede sagte der Verhandlungsführer der Palästinenser, Saeb Erekat, für eine Lösung der Probleme werde ein vollständiger israelischer Abzug aus allen besetzten Gebieten benötigt. Dazu gehörten das Westjordanland und Ostjerusalem. Erekat forderte Israel auch zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über die Gründung eines Palästinenser-Staates auf. Israel hat dies abgelehnt, so lange die Palästinenser-Regierung nicht die radikalen Gruppen entwaffnet hat.

Scharons Ruf hat sich verbessert

Israel hatte sich einseitig für einen Abzug aus dem Gaza-Streifen entschieden und damit erstmals zusammenhängendes Land aufgegeben, das von den Palästinensern für einen Staat beansprucht wird. Daran knüpft sich die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses.

Die Vereinigten Staaten und Israel fordern von der Palästinenser-Regierung als nächsten Schritt, die gewalttätigen Gruppen zu entwaffnen. Mit dem Abzug ist es Israel gelungen, Bewegung in seine diplomatischen Beziehungen zu bringen und das Verhältnis zu Kritikern seiner Nahost-Politik zu verbessern. Scharons Rede vor den UN ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr der Gaza-Abzug auch seinen persönlichen Ruf verbessert hat.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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