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Kommentar Ahmadineschads atomare Ambitionen

 ·  Über viele Jahre hat Teheran sein Atomprogramm verborgen. Misstrauen ist angebracht gegen alle Bekundungen friedlicher Absicht. Irans Elite muss den Scharfmachern um Präsident Ahmadineschad ernsthaft die Stirn bieten. Denn zu einem Militärschlag darf es nicht kommen. Von Peter Sturm.

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Auch nach der jüngsten Resolution des UN-Sicherheitsrates zum iranischen Atomprogramm gibt die Führung in Teheran die verfolgte Unschuld. Sie führe doch überhaupt nichts Schlimmes im Schilde. Iran wolle lediglich sein Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie wahrnehmen. Dies wollten ihm böse Mächte - gemeint sind natürlich die Vereinigten Staaten - vorenthalten.

Weil so etwas in Westeuropa gerne geglaubt wird, ist daran zu erinnern, dass niemand den Iranern verwehren will, Atomstrom zu produzieren. Man könnte es ihnen auch gar nicht verwehren, nicht mit juristischen Argumenten. Weil aber die Internationale Atomenergiebehörde vor einigen Jahren festgestellt hat, dass Iran über viele Jahre ein Atomprogramm vor ihren Kontrolleuren verborgen hat, ist Misstrauen gegen alle Bekundungen friedlicher Absicht aus Teheran mehr als angebracht. Dieses Misstrauen wird auch nicht weichen, solange Iran an Raketen mit großer Reichweite arbeitet, Terrorgruppen ausrüstet - und schon mal britische Marinesoldaten entführt (siehe auch: Britische Soldaten in Iran: Festnahmen von langer Hand geplant).

Das alles müsste den Verständigen in der iranischen Elite eigentlich klar sein. Aber sie haben sich schon in der Vergangenheit nicht in der Lage gesehen, den Scharfmachern um Präsident Ahmadineschad ernsthaft die Stirn zu bieten. Wahrscheinlich fürchten sie, zu Hause als „Verräter“ zu gelten, wenn sie in der angeblichen Stunde höchster Gefahr die angeblichen Interessen des Vaterlandes nicht so vertreten, wie es das Staatsoberhaupt tut.

Ahmadineschad und diejenigen, die ihn tragen, haben es offenkundig darauf angelegt, die Dinge auf die Spitze zu treiben. Und es mag durchaus der Moment kommen, wo sich ein Staat wie Israel dazu gezwungen fühlt, einen Militärschlag gegen Iran zu wagen, um der eigenen Vernichtung zu entgehen.

Nur - es muss, es darf so weit nicht kommen. Das zu verhindern ist freilich zuallererst Aufgabe der Iraner. Sie müssen ihrem Präsidenten endlich in den Arm fallen. Eine ruhige, aber entschlossene Haltung der Weltgemeinschaft dient diesem Ziel. Die Mitglieder des Sicherheitsrates müssen jetzt zeigen, dass sie ihre Beschlüsse ernst nehmen. Iran hat nach wie vor die Chance, (wieder) ein akzeptiertes Mitglied der Staatengemeinschaft zu werden. Es muss nur wollen. Nukleare Aufrüstung führt in die Konfrontation.

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Jahrgang 1958, Redakteur in der Politik.

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