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FAZ.NET-Spezial Keine schnellen Erfolge in Darfur

02.08.2007 ·  Entgegen den Beteuerungen aus Khartum werden schon bald Tausende UN-Soldaten nach Darfur einrücken. Für Sudans Präsident Baschir ist das ein Rückschlag. Aber mit militärischen Mitteln allein ist die Krisenprovinz nicht zu befrieden, meint Hans-Christian Rößler.

Von Hans-Christian Rößler
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Eigentlich hätte Präsident Baschir am Mittwoch zurücktreten müssen. Der sudanesische Staatschef hatte lange Zeit verkündet, unter ihm werde es keine UN-Truppen in Darfur geben. Nun werden sie in wenigen Monaten in die Krisenprovinz einrücken. Im Gepäck haben sie ein Mandat des UN-Sicherheitsrats, das ihnen im größeren Umfang erlaubt, zur Waffe zu greifen, als die Regierung in Khartum das je hatte zugestehen wollen.

Das ist ein Rückschlag für das Regime, auch wenn dessen Außenminister jetzt sagt, man könne mit der Einigung gut leben, und Kooperationsbereitschaft beteuert.

Khartum fürchtet die UN-Soldaten

Bisher hat Khartum erfolgreich auf Zeit gespielt, und das wird es auch weiterhin tun. Schließlich hat der Sicherheitsrat schon im August des vergangenen Jahres die Grundsatzentscheidung über die Hybridtruppe aus UN und Afrikanischer Union (AU) getroffen. Nur Optimisten erwarten, dass sie wirklich Ende 2007 in Darfur in voller Stärke im Einsatz sein wird - mehr als vier Jahre nach dem Beginn des Mordens. Das Regime wird bis dahin alles tun, um die Lage auf seine Weise zu beruhigen.

Denn kaum etwas hat Khartum so sehr gefürchtet wie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit seiner bewaffneten Kräfte durch UN-Soldaten. Es will sich nicht stören lassen, etwa bei der Ansiedlung arabischstämmiger Nomaden an Orten, aus denen die „afrikanischen“ Einwohner vertrieben worden sind. So ist der Umgang mit dem Unrecht, das den mehr als zwei Millionen Flüchtlingen geschehen ist, eine der großen Herausforderungen für die neue Friedensmission.

Schon brechen neue Konflikte aus

Mit militärischen Mitteln ist Darfur nicht zu befrieden. Umso wichtiger ist es jetzt, dass auch die Friedensgespräche wieder in Gang kommen. Schon am Wochenende will ein großer Teil der sich oft bekämpfenden Rebellengruppen in Arusha versuchen, gemeinsame Positionen abzustecken; im September könnten Gespräche mit Khartum folgen. Allerdings sind dann schnelle Erfolge schon deshalb nicht zu erwarten, weil sie der Regierung schmerzhafte Kompromisse abverlangen würden.

Und wie schwer sich die früheren Alleinherrscher im Norden damit tun, Macht und Ölreichtum ehrlich zu teilen, lässt sich am Friedensabkommen mit dem Süden beobachten. Dessen Verwirklichung kommt kaum voran. Dafür brechen in anderen Teilen Sudans bereits neue Konflikte aus.

Quelle: F.A.Z., 02.08.2007, Nr. 177 / Seite 1
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Jahrgang 1967, politischer Korrespondent für Israel und die Palästinensergebiete mit Sitz in Jerusalem.

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