13.09.2006 · Das amerikanische Außenministerium bestreitet Berichte, nach denen Iran zur zeitweiligen Aussetzung seiner Urananreicherung bereit sei. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland wollen nächste Woche über mögliche Sanktionen gegen Iran beraten.
Der stellvertretende Sprecher des amerikanischen Außenministeriums hat bestritten, daß Iran zur Entschärfung des Atomstreits eine zeitweilige Aussetzung der Urananreicherung in Aussicht gestellt hat. „Meines Wissens gab es keinen iranischen Vorschlag, und die iranische Position hat sich nicht verändert“, sagte er.
Zu Beginn der Woche hatten Diplomaten in Wien berichtet, der iranische Unterhändler Laridschani habe gegenüber dem EU-Außenbeauftragten Solana eine ein- oder zweimonatige Aussetzung des umstrittenen Verfahrens angeboten, mit dem Sprengstoff für Kernwaffen gewonnen werden kann. Laridschani und Solana wollen sich an diesem Donnerstag abermals treffen.
China und Rußland gegen harte Sprache
Die fünf Vetomächte und Deutschland führten derweil weiter telefonische Gespräche über das Vorgehen im UN-Sicherheitsrat, dessen jüngste Resolution zum Atomstreit Iran mißachtet hatte. Sie bereiteten sich darauf vor, in der nächsten Woche bei der UN-Vollversammlung in New York über mögliche Sanktionen zu sprechen, sollte es bis dahin keine Fortschritte mit Teheran geben; im Gespräch war ein Treffen der Außenminister.
In Wien befaßte sich am Mittwoch nachmittag der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde mit dem iranischen Atomprogramm. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollten einen Entwurf für eine Erklärung einbringen, in dem noch einmal der von Sorge geprägte Standpunkt der Behörde über das iranische Atomprogramm bekräftigt werden sollte. Agenturen berichteten, daß ein gemeinsamer Entwurf der Vetomächte und Deutschlands nicht zustande gekommen sei, weil China und Rußland angesichts der Berichte über iranische Kompromißbereitschaft gegen die von Amerika gewünschte harte Sprache gewesen seien.