01.02.2006 · Mit abfälligen Bemerkungen hat sich Irans Präsident Ahmadineschad über die Diplomatie der Europäer lustig gemacht: „Gibst Du ihnen einen Fußtritt, laufen sie davon.“ Jetzt die UN in den Atomstreit einzuschalten, war eine Frage der Glaubwürdigkeit.
Von Horst Bacia, BrüsselRichtlinien für Lesermeinungen
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.. so sagte mein Vater immer, gibt man einen Knochen mehr.
Aber eine sprichwörtliche deutsche Redensart muss ja nicht immer zu treffen.
Bei den Kommentaren jedenfalls - auch um den Karikaturstreit - kläffen einige ganz schön laut.
Beissen die dann auch alle bald zu und wenn, wie denn bitte?
Welche Folgen das dann wohl hätte?
Im gegenwärtigen weltpolitischen Kontext und als gebildeter Bürger jedenfalls überlege ich lieber etwas länger, bis ich mich den bellenden Hunden anschliessen. Ein Tip an alle: das Rudel mit dem man bellt, sollte dann auch sorgfältig ausgesucht sein.
Wiedermal ein Beweis wieweit man mit "Schmusepolitik" kommt.
Da braucht es eine derart traurige Figur wie diesen Herrn A. aus Iran, um den Wortführer für die deutschen und ein paar andere Gutmenschen und Friedensfreunde zu machen.
Daß diese sich dann auch noch - völlig zu Recht - mit verbalem Fußtritt verabschieden lassen müssen, paßt zu beiden. Eine wahrlich unheilige Allianz.
Stimmt irgendwie,
Mitte bis ende der 30er Jahre gab es in Europa die appeasementpolitik. Damit sollte ein allen bekannter Diktator, der in der Wortwahl ja ebenfalls nicht zimperlich war, eingeschüchtert werden. Dies ist, wie wir wissen nicht gelungen.
Heute ist die Situation etwas anders, da die in Europa viel gehasste Ordnungsmacht Amerika, die Kohlen aus dem Feuer holt.
Die meisten der Europäischen Staaten werden, wenn es heiß wird, wieder einknicken, da scheint mir die große Ähnlichkeit zu sein.
Fanatiker wie Ahmadineschad wissen das ganz genau.
Die große Frage, die sich mir stellt ist die, wie können wir diesem Mann beikommen. Die Abhängigkeit vom Öl ist nun mal gigantisch und wird sich so schnell nicht ändern.
Auch das weiß der Mann im Iran.
gruss
georg
Gegen die kläffenden Hunde ist nichts einzuwenden, jedenfalls scheint es so, als hätte ahmadineschad einfach ein gutes Blatt in der Hand oder er ist einfach gut im Pokern. Das müssen wir noch lernen, wie so vieles, dann kann man auch Respekt und Akzeptanz erwarten von Kulturen die wir im Grunde gar nicht kennen um mit Ihnen auf gleicher Augenhöhe bzw. mit gleicher Zunge zu verhandeln. Es ist allerdings zu hoffen dass ahmedineschad sich nicht zu heiss läuft und damit überschätzt und zu hoch pokert, er würde Mr. B. einen guten Grund für die falsche Sache geben. Das könnte fatale Folgen haben...
Ich meine die Bemerkung mit den kläffenden Hunden. Wer sich daran erinnert, wie die außenpolitische Laienspielschar der EU in den verschiedenen Balkankonflikten der letzten Jahre herumgeeiert ist, muß Ahmadineschad in diesem Punkt leider zustimmen.
Irgendwelchen außenpolitischen Druck - der in diesem Fall bitter nötig wäre - kann solch eine harmoniesüchtige Kuschelgruppe niemals ausüben.