Wenn der Verdacht entstünde, man hätte diesen Markus Bühler flink erfunden, damit sich die Geschichte hier besser erzählen lässt - man hätte das größte Verständnis dafür. Auf der Glasscheibe der Tür, hinter der man sein Büro findet, steht in blassgoldenen Lettern „Markus J Buehler, Professor“. Bühler, Jahrgang 1977, sieht ein wenig aus wie Günther Oettinger, nur jünger und sympathischer; sein Büro teilt er sich mit einer Menge Papier und einer Mikrowelle, und sein Werdegang klingt ebenfalls wie das totale Klischee.
Sein Vater ist Maschinenbauingenieur bei Daimler; der Sohn studierte in Stuttgart Verfahrenstechnik, machte den Master of Science als Austauschstudent an einer amerikanischen Universität, den Doktor in Chemie am Max-Planck-Institut, ging dann an eine sehr renommierte technische Uni an Amerikas Westküste. Und nun lebt er seit einigen Jahren an Amerikas Ostküste, als Dozent an der vermutlich allerbesten technischen Hochschule der Vereinigten Staaten, dem Massachusetts Institute of Technology, kurz: M.I.T. Wer diese Abkürzung in den Mund nimmt, meint eine einzigartige Mischung - wissenschaftlichen Sturm und kommerziellen Drang oder einfach auch: Amerika. Und das verkörpert ausgerechnet ein Mittdreißiger aus dem Schwäbischen?
„Anwendungsorientiert - aber auch ein bisschen crazy“
Vielleicht hat man in Deutschland die „Exzellenzcluster“ zu sehr den angestrengten Bildungspolitikern überlassen, als dass man noch zu glauben vermöchte, so ein Cluster könnte etwas Lebendiges sein, ein Ökosystem, das Menschen Freiheit gibt und Energie. Doch Bühler erinnert einen daran; es geschieht, wenn man ihn bittet, einem wissenschaftlichen Laien zu erklären, was er in der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurswesen eigentlich macht, woran er forscht, und er dann loslegt. Ohne Gewähr gesagt, beschäftigt er sich damit, welche Eigenschaften Materialien wie Spinnenseide oder Knochen haben, wie sie wachsen, und damit, wie sich das alles auf Aufgaben übertragen ließe, wie sie sich Ingenieuren tagtäglich stellen. „Nanotechnologie an der Grenze zur Biologie“, sagt er.
Stahl zum Beispiel könnte ja nachwachsen wie ein Knochen, sich selbst heilen. Aber das gibt es noch nicht, oder? Bühler zögert kurz, lächelt ein Jungenlächeln, hebt den Finger und sagt: „Noch nicht.“ So sieht sie aus, die besondere kulturelle DNA des M.I.T.: „Man sucht sich hier Themen, die sehr anwendungsorientiert sind - aber auch ein bisschen crazy. Wir wollen Sachen machen, die so schwierig sind, dass andere Leute sagen: Das geht nie.“
Dabei hat die Hochschule wenig von den efeuumrankten Idyllen vieler anderer Universitäten an Amerikas East Coast, dem ewigen Rivalen Harvard zum Beispiel, der im selben Vorort von Boston, in Cambridge, angesiedelt ist, nur ein Stück weiter den Charles River hinauf. Dort haben Präsidenten studiert (beide Roosevelts, Kennedy, der jüngere Bush, Obama), werden Mediziner, Juristen und Literaten ausgebildet und gesellschaftlich geschliffen. Das M.I.T. dagegen hat sich vornehmlich den Natur- und Ingenieurswissenschaften verschrieben, es ist das Elysium der eher hemdsärmeligen Forscher, Erfinder und Firmengründer.
Hier tüftelte schon Alexander Graham Bell an dem, was das Telefon werden sollte. M.I.T.-Leute entwickelten das Radar und Lenktechnik für die Mondlandung; sie erfanden neue Felder wie künstliche Intelligenz; sie forschen am menschlichen Genom und kämpfen gegen den Krebs. Als die Computerwissenschaften 2004 für 300 Millionen Dollar eine neue Heimat bekamen, schrieb die „New York Times“, das Gebäude sei vermutlich „eines der klügsten auf dem Planeten“; schließlich arbeiteten dort Leute wie Tim Berners-Lee, der als Erfinder des World Wide Web gilt, Robotik-Pionier Rodney A. Brooks und Noam Chomsky, der Vater der modernen Linguistik. 76 Nobelpreisträger sind im Laufe der Geschichte durch die Hörsäle und Labors des M.I.T. gegangen - „und der Zähler läuft weiter“, wie ein Sammelband zur Universitätsgeschichte aus dem M.I.T.-eigenen Verlag forsch vermeldet.
Charme eines Gewerbegebiets
Doch auch wenn ein Ranking der Fachzeitschrift „Times Higher Education“ M.I.T. gerade auf Platz drei der 200 besten Universitäten des Globus setzte; auch wenn es über einige ausreichend beeindruckende Gebäude mit den erforderlichen neoklassizistischen Säulen verfügt und die Universität ein ehrgeiziges Bauprogramm aufgelegt hat: An vielen Ecken hat der Campus einen Charme, der nicht allzu weit über dem eines Gewerbegebietes liegt. Anderthalb Kilometer lang liegt das Gelände am Ufer des Charles River. Nicht dass man etwas davon hätte, Universität und Fluss sind durch eine Schnellstraße voneinander getrennt. Auch die Skyline von Boston am gegenüberliegenden Ufer: nicht immer pittoresk.
Doch auch der Geist des Ortes, er ist so. Quer zerschnitten wird der Campus von der mehrspurigen Massachusetts Avenue. Stellt man sich an den Zebrastreifen vor Nummer 77, den Eingang zum historischen Kern des Gebäudekomplexes der Ingenieurswissenschaften, hat man das sichere Gefühl, im Laufe eines Tages müsse jedes Mitglied der M.I.T-Gemeinschaft mindestens einmal hier vorbeikommen. Es ist ein stetiger Strom von Menschen zwischen dem Westen, wo die meisten Studentenwohnheime liegen, und dem Osten, wo sich die meisten Institute befinden.
Wer unterwegs ist ins Labor, den schluckt erst einmal der „Infinite Corridor“, der Unendliche Korridor, der sich mehrere hundert Meter lang durch mehrere aneinander angrenzende Gebäude schlängelt, eine Art Herzschlagader des Denkens. Hier wird im Gehen die Hausarbeit besprochen, die Büffelgruppe - und gelegentlich die Beziehung. Am Abend führt der gleiche Weg zurück. „Auf den paar hundert Hektar des M.I.T.-Campus“, so schreibt Absolvent Pepper White in seinem Erfahrungsbericht „Die Ideenfabrik“, „sind 10.000 der klügsten, am härtesten arbeitenden Menschen der Welt zusammengepackt, und sie werden vorangetrieben von 1000 noch klügeren Professoren.“
Streben nach Exzellenz
Ist am Ende eines der Erfolgsgeheimnisse des M.I.T. etwas, was man nicht greifen, bauen, kaufen kann: eine Mentalität? Zeit für den Besuch bei einem der neun Nobelpreisträger, die hier forschen, dem Deutschen Wolfgang Ketterle. „Labors sehen auf der ganzen Welt ähnlich aus“, sagt der Physiker in seinem unscheinbaren Büro. „Man hat dieselben Geräte, dieselben Herausforderungen.“ Was macht den Unterschied? „Eine Kultur der Exzellenz. Jeder akzeptiert, dass der einzige Grund, warum das M.I.T. existiert, ist, nach Exzellenz zu streben. Das verbindet.“
Dem 53 Jahre alten Ketterle hört man den Heidelberger, der er ursprünglich ist, noch an, auch wenn er jetzt erläutert: „Ich kann zu jedem Doktoranden, der hierherkommt, sagen: Das ist der Stand der Kunst, das macht man weltweit - aber du kannst es besser. Hier ist eine Idee. Und keiner sagt: Kann ich das?“ Studenten von hervorragender Qualität finde man überall, auch an europäischen Universitäten. „Was das M.I.T. auszeichnet, ist die große Homogenität. Wenn man eine Gruppe hat, in der alle Leute stark sind, die begeistern sich.“ Hinzu komme eine große Toleranz für individuelle Arbeits- und Lebensstile, nicht zuletzt weil ein Drittel der Studenten aus dem Ausland kommt: „Es gibt viele Wege zur Exzellenz.“
Er hätte sich auch vorstellen können, in Deutschland Karriere zu machen, erzählt Ketterle; vor etwa 15 Jahren hatte er ein sehr attraktives Angebot zurückzukehren: „Eine äußerst knappe Entscheidung.“ Er blieb. Würden deutsche Hochschulen das amerikanische System kopieren, hielte er das aber für einen Fehler: „Das deutsche Universitätssystem hat ganz andere Wurzeln. Deutschland hat viele Gründe, auf eine hervorragende Tradition zu stolz zu sein. Man muss sehen, wie man das, was man weltweit, auch am M.I.T., beobachtet, mit der eigenen Tradition verbindet.“
Ironischerweise: Was die Suche nach Vorbildern angeht, war die Blickrichtung einst genau umgekehrt. Als der Geologe William Barton Rogers in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts begann, für seine Idee einer polytechnischen Schule in Boston zu werben, hatte er Modelle aus der Alten Welt im Sinn; auf der Suche nach Anregungen für sein Institut, das Wissenschaft und Praxis verbinden sollte, reiste er nach Europa, wo ihn nicht zuletzt das Polytechnikum in Karlsruhe beeindruckte. Am 10. April 1861 wurde Rogers' Projekt durch die Legislative von Massachusetts und den Gouverneur gebilligt, wenngleich der Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs zwei Tage später dafür sorgte, dass der Beginn des Unterrichts noch vier Jahre auf sich warten ließ.
Ein Biotop, keine Silos
Wenn das M.I.T. nun die ersten 150 Jahre seines Bestehens feiert - volle 150 Tage lang, inzwischen ist man bei Nummer 121 angelangt -, feiert sich nicht nur eine Institution, die gleich drei Versuchen der Nachbarn aus Harvard widerstand, die beiden zu verschmelzen. Nein, die 150 Jahre haben eine Hochschule mit enormer Beweglichkeit geformt. M.I.T.-Schwabe Markus Bühler erläutert: „Die Schwerpunkte der Departments ändern sich ständig - immer so, dass man an der Spitze dessen ist, was gerade so gemacht wird.“ Auch das interdisziplinäre Arbeiten wird großgeschrieben: „Es gibt keine Barrieren zwischen den Fakultäten; es gibt nicht diese Silos. Die wirklich interessanten Dinge passieren auf den Grenzen zwischen den traditionellen Wissenschaften.“ Es ist ein Biotop, in dem sogar Studenten umworben werden: „Man schaut immer: Wer sind die Besten, wie kriege ich die in mein Labor? Und man muss sich um sie kümmern; sie sind mein Kapital.“
Doch ökonomischen Imperativen entkommt auch ein M.I.T. nicht. Zu dem starken Praxisbezug, der ihm mit der Gründung eingeschrieben war, trat bald eine beispiellose Nähe zu Amerikas Industrie, zu Stromriesen, zu großen Stahl- und Gummifabrikanten, nicht nur während der Weltkriege auch zu Rüstungsfirmen. Schon ein Jahr vor Pearl Harbor arbeiteten M.I.T.-Forscher für die Landesverteidigung, im Auftrag der Wirtschaft - und des Staates. Der Kalte Krieg zementierte diese Sonderstellung; keine andere Bildungseinrichtung in der amerikanischen Geschichte hat mehr Forschungsgelder der öffentlichen Hand erhalten. Von den 626 Millionen Dollar, die das M.I.T. 2010 für Forschung ausgab, stammten 18 Prozent von Unternehmen; ähnlich große Brocken kamen von den Ministerien für Gesundheit (21 Prozent), Energie (10) und Verteidigung (11).
Den Förderern, ob privat oder öffentlich, muss stets plausibel gemacht werden, was sie da fördern sollen: „Jeder Professor“, sagt Bühler, „ist wie eine kleine Firma. Ich mache Forschung, das ist mein Produkt, dafür bin ich bekannt, ich schreibe Aufsätze, melde Patente an. Wenn ich sage, ich will über Stahl arbeiten, kann ich das machen, ich muss nur Geld dafür auftreiben, von Stiftungen, Firmen, der National Science Foundation. 99 Prozent von allem, was ich habe, ist eingeworben.“ Bühler besteht aber darauf, er mache keine Auftragsforschung: „Alle Forschung muss völlig offen sein. Die können nie sagen: Erledige dieses Thema für mich. M.I.T. muss veröffentlichen, was herauskommt.“
Dass die Freiheit des M.I.T. auch den Schmerz kennt, erahnt man, wenn man mit Katharina Ribbeck redet. Die Biologin, Jahrgang 1974, hat in Heidelberg promoviert, war zwei Jahre in Harvard und forscht am M.I.T. jetzt über - Schleim. Nicht aufregend? Ein Krimi! Schleim nämlich fungiert an vielen Stellen des Körpers als Barriere, und wenn man genau verstünde, welche Mechanismen am Werk sind, könnte man vielleicht synthetische Materialien herstellen, die Ähnliches leisten könnten, grüne Filter und dergleichen.
Hemdsärmelige tragen Krawatte
„Man erwartet hier ein Höchstmaß an Kreativität“, sagt sie übers M.I.T. Gerade für junge Dozenten, die noch keine Professur auf Lebenszeit haben, gilt: „Es reicht nicht, gut zu sein. Wenn es Zweifel gibt, dass du die Beste bist, wird es schwierig.“ Der Kampf geht weiter, wenn es ums Einwerben von Drittmittel geht: „Man muss sich behaupten, die Mittel sind ganz schön knapp.“ Ständig schreibt sie Anträge. Ist sie gerne am M.I.T.? „Wenn man mal hier war und Blut geleckt hat, will man auch hierbleiben.“ Sie lacht. „Es ist stressig, aber ich kann mir nichts anderes vorstellen.“
Dass auch in den Seminaren der Biologin Ribbeck die kommerzielle Aufbereitung des Wissens immer mitgedacht wird - noch so eine M.I.T.-Besonderheit, noch ein Erfolgsgeheimnis. Im Abschlusskurs lässt die Dozentin ihre Bachelor-Kandidaten in Gruppen von sechs bis acht Lösungen für die ganz harten Nüsse suchen: Krebs, HIV. „Ein Kollege sagt immer: Only big ideas stir the soul - nur große Ideen bewegen die Seele.“ Die Schlusspräsentation findet vor illustren Gästen statt, Wissenschaftlern, Repräsentanten von Firmen; da wird alles abgefragt - ist die Idee wasserdicht, wie lange dauert die Entwicklung, wie wird das Produkt vermarktet? Zum Vortrag tragen auch Hemdsärmelige schon mal Krawatte: „Das wird sehr ernst genommen.“
Überhaupt strengt sich das M.I.T. mächtig an, aus seinen Studenten und Professoren auch außerhalb des Seminarraums Kapitalisten zu machen. „Wir versuchen den Leuten zu vermitteln: Es ist cool, Unternehmer zu sein“, sagt etwa Bill Aulet, der Direktor des uni-eigenen „Entrepreneurship Center“; es greift M.I.T.-Angehörigen unter die Arme, die eine Firma gründen wollen - jedes Jahr zwischen 200 und 400. Inzwischen gibt es, so fand eine Studie 2009 heraus, fast 26.000 von Alumni der Universität gegründete Firmen; sie haben 3,3 Millionen Beschäftigte und einen Umsatz von zwei Billionen Dollar. Wären diese Firmen eine eigene Volkswirtschaft, sie wären die elftgrößte der Welt.
Damit nicht genug. Hunderte von Unternehmen clustern sich, vom M.I.T. ebenfalls kräftig ermuntert, in der Umgebung des Campus - Bayer, Microsoft, Siemens sind hier vertreten; gerade Biotechfirmen suchen den intellektuellen Wärmestrom. Früher siedelten sie sich (ähnlich wie auch Risikokapitalfirmen) bevorzugt entlang der „Route 128“, dem Autobahnring um Boston herum, an, „weil sie schneller auf dem Golfplatz sein wollten“, wie Gründervater Aulet im Scherz sagt: „Inzwischen kommen sie wieder näher ans M.I.T. heran.“ Pharmariese Novartis verlegte 2002 seine Zentrale für biomedizinische Forschung nach Cambridge.
Physik, Chemie, so was in der Richtung
Einer, der in diesem Umfeld den Schritt zum Unternehmensgründer gemacht hat, ist der Berliner Michael Köris. Warum er, der in der Heimat Biochemie und Biophysik studiert hatte, als Doktorand lieber ans M.I.T. ging, begründete er sogar öffentlich; 2005, die EU hatte erklärt, man denke über ein „European Institute of Technology“ nach, schrieb er zusammen mit einem Kommilitonen einen Text für das Feuilleton dieser Zeitung. Kernsätze: „Wir wissen, dass es in Europa hervorragende Forschungseinrichtungen und Technologieschmieden gibt. Doch etwas in der Art des M.I.T. haben wir in Europa bisher vergeblich gesucht. Hier kommt man aus dem Staunen nicht heraus.“
Heute ist Köris Chef seiner eigenen kleinen, noch ganz frischen Biotechfirma, „Novophage, Inc.“. Ein erstes Treffen hat er verschieben müssen; er aß mit dem Bürgermeister von Boston zu Mittag. Jetzt sitzt er in der Kneipe „Cambridge Brewing Company“ und wartet auf das bestellte Bier. Hemd ohne Krawatte, Jackett, große Uhr. Wie kam er auf die Idee, den Doktortitel gegen in den Titel als „President“ der eigenen Firma umzumünzen? „Als ich mal hier war, kam das schnell. Wenn man hier ist und die Luft atmet und die Leute reden immer davon, fragt man sich: Warum mache ich das nicht selbst mal?“
„Exzentrisch und off-beat“
Noch während er die Doktorarbeit schrieb, nahm er zusammen mit einem Kommilitonen an Business-Plan-Wettbewerben teil. Inzwischen entwickelt „Novophage“, ausgestattet mit einem einstelligen Millionenbetrag von Investoren, biologische Lösungen für Kontaminationen in industriellen Systemen: „Hoffentlich können wir sie in einem Jahr in einer Papierfabrik in Connecticut testen.“ Und wieso war es in Amerika leichter? „Der kommerzielle Drang ist hier stärker, für die kommerzielle Seite von Forschung gibt es Anerkennung. Und man bekommt Rat, Tat und Geld von Leuten, die es schon mal gemacht haben.“ Köris' Partner übrigens ist gerade Professor am M.I.T. geworden.
Am nächsten Tag. In einem Pizza-Schnellimbiss auf der Massachusetts Avenue sitzen sich zwei gegenüber, ein Mann und ein Junge, beide in T-Shirt und bequemen Stoffhosen, vor sich auf dem Tisch die Karte des Campus. Es ist die Art Imbiss, in dem man das Öl auf der Pizza nicht extra bestellen muss. Vater Charles, Ende 40, arbeitet bei einer Denkfabrik in Washington, D.C.; Sohn Dakota, 17, fängt im nächsten Studienjahr am M.I.T. an: Physik, Chemie, so was in der Richtung.
Warum ausgerechnet das M.I.T.? „Weil es ein Ort ist, der exzentrisch und off-beat ist“, antwortet Dakota. „Weil hierher“, erklärt Charles, „die hochintelligenten Leute kommen, die eine technische Begabung haben.“ Bist du in der High School der Beste in deiner Klasse, Dakota? „Ja, schon“, sagts der Junge mit einer Spur Scheu und fügt hinzu: „Es ist eine kleine Schule.“ Nun, willkommen am M.I.T., willkommen zum intellektuellen Abenteuer deines Lebens. Erste Lektion: Hier sind alle so klug wie du.
