29.10.2010 · Die Schlichtungsverhandlungen in Stuttgart verschaffen dem Fernsehsender „Phoenix“ Rekordquoten. Der Grüne Boris Palmer nutzt die zweite Runde für einen Schaulauf - trotz Elternzeit. Die eigentliche Diskussion aber kommt kaum vom Fleck.
Von Rüdiger Soldt, StuttgartRichtlinien für Lesermeinungen
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Wo wird denn ein Gleis zusätzlich gebaut? Sie meinen die Neubarstrecke? Die hier genannten Zahlen bezog Palmer in seine Berechnungen ein. In seiner Präsentation bezog er sich jedoch lediglich auf S21 im engeren Sinne - genauso wie es die Bahn AG und die Baden-Württembergische Landesregierung vorher stets taten.
@Frank Garbe - leider wird hier zensiert
aber wenn ein Gleis zusätzlich gebaut wird, erhöht sich die Kapazität automatisch. Dazu braucht man weder Mathestudium noch genaue Zahlen. Da reicht schon Volksschule ...
Mit dem Dreitagebart und edlem Profil - der Mann hat Chancen! So was Schönes darf doch nicht in Tübingen versauern!:)
Zugsicherungssystem Neubaustrecke: ETCS oder LZB
Auf der Neubaustrecke nach Ulm sollen ab Flughafen Geschwindigkeiten von 250 km/h möglich sein. Für Geschwindigkeiten über 160 km/h müssen Strecken und Züge mit einem Sicherungssytem ausgerüstet sein, "durch die ein Zug selbsttätig zum Halten gebracht und außerdem geführt werden kann" (§16, §28 der EBO [Eisenbahnbau- und Betriebsordnung]).
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Das kann entweder das deutsche System LZB (Linienzugbeeinflussung) oder das europaweite Standardsystem ETCS sein (LZB erkennt man am mittig zwischen den Schienen verlaufenden Kabel). Damit sind auch die auf der Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt verkehrenden Regionalzüge ausgerüstet, die dort mit 200 km/h verkehren. Das wird in Baden-Württemberg nicht anders sein.
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Die DB AG hat sich für ihre Neubaustrecken offenbar für den Europa-Standard entschieden.
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Die schnellen Regionalzüge, die von Ulm oder Tübingen über die Schnellfahrstrecke nach Stuttgart verkehren sollen, müssen dann natürlich auch mit ETCS ausgerüstet sein. Bis dahin wird es wohl auch neue Fahrzeuge auf der Schiene geben.
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Das haben die Vertreter der DB am Freitag mitgeteilt. Bedauerlich ist nur, daß die die Vorschrift der EBO nicht erläutert haben und sich mit der Angabe "ab Flughafen" so schwer taten.
Wo soll Ihr 12-km-Tunnel mit max 12,5 °/oo denn hin, Herr Zinser?
Süßen liegt auf 380 m über N.N., Ulm auf über 500. Dazwischen ist es noch höher, und die Höhe sinkt nur langsam ab zur Donau.
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Wie wollen Sie da einen Tunnel mit güterzugtauglicher Steigung reinbohren, der nur 12 km kurz sein soll?
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Hat das das "Netzwerk Privatbahnen" behauptet?
Direkte Demokratie in Zeitlupe
Was in Stuttgart als Schlichtung geschieht, also das Austragen von Sachargumenten in einer Art Zeitlupe, wird im Schweizer Parlament als Tagesgeschäft in Echtzeit ausgetragen.
In einer Direkten Demokratie müssen Regierung oder Initianten ihre Argumente für ein Gesetz, eine Reform oder ein Projekt dem Volk regelrecht verkaufen können.
Nur mit glaubwürdigen Belegen, Fakten und Nachweisen wird keine Volks-Abstimmung verlangt.
Stuttgart 21 würde in einer Direkten Demokratie ganz einfach darum keine demokratische Legitimation erreichen, weil die von Bahn und Regierung vorgelegten Unterlagen dem Volk einfach nicht genügen würden.
Ob letztendlich nur das Unvermögen der Planer oder auch andere Interessen, wie Spekulationen an Immobilien, das Projekt in Frage stellten, müsste also nicht einmal abgeklärt werden.
Wo ist Herr Palmer ein Lügner? Weil er die Zahlen die die Bahn AG bis jetzt veröffentlich hat auf ihre Zusammenhänge überprüft und sich auch nur auf diese bezieht? Ist es Boris Palmers Schuld, wenn die Bahn AG und die baden-württembergische Landesregierung jeden Einwand mit angeblichen neuen Zahlen abweist und diese neue Zahlen noch auf sich warten lassen? Herr Soldt hat hier nichts bewiesen, sondern lediglich einen defarmierenden Kommentar abgegeben.
Dieser Absatz verblüfft mich: "Die Gegner von „Stuttgart 21“ folgen der immergleichen Taktik: Sie legen eine Berechnung vor, dann widerspricht die Bahn, dann bitten sie die Bahn darum, neues Material auf den Tisch zu legen. So kommt die Diskussion über die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs auch an diesem Freitag kaum vom Fleck."
Wie unfair ist das denn? Auf welcher Datenbasis sollen die Gegner denn argumentieren wenn nicht auf denen die die Bahn ihnen gibt? Und wenn die Bahn vor dem Gesprächstermin neue Daten erhalten hat und diese nicht weitergibt dann sind die Gegner schuld dass sich die Debatte in die Länge zieht?
Also tut mir leid, es gehört schon eine gute Portion Voreingenommenheit dazu um die Schuldfrage derart umzukehren.
@B. Ulrich - Palmer ist ein Lügner - wurde in dem
Bericht mehrfach nachgewiesen.
Und wenn er seine Positon wegen einer Elternpause ruhen lässt, dann muss er das auch ganz eindeutig bei Stuttgart21 tun. Ganz unabhängig ob ich jetzt für oder dagegen bin.
Aber wenn er so viel Zeit für diese Diskussion aufwendet, statt sich doch seiner Familie zuzuwenden, wie er das ja dem Steuerzahler weismacht, dann solte er wenigstens keine Lügen auftischen.
Es ist ein Lichtblick und eine Errungenschaft, die nicht wieder aufgegeben werden sollte: Die direkte Teilnahme am Meinungsstreit per PC bzw. TV bei strittgen kommunalen und landesbetreffenden Vorhaben. Nur so ist Bürgerbeteiligung zu wecken, nur auf diese direkte Weise gibt es die Möglichkeit, Parteiausrichtungen im konkreten Handeln jenseits vernebelnder Absichtserklärungen, Parteitagsphrasen und Sprechblasen zuverlässig beurteilen zu können. Und endlich hat so auch die ideologielastige journalistische "Vermittlung" a la Rüdiger Soldt wenig Möglichkeit, demagogisch eingreifen zu können.
Diese S21-Bühne ist eine Plattform, für Emporsteiger à la Grünie Palmer & co., die
demnächst bundesweit Karriere machen wollen !
.... weil er die Berechnungen und Planungen der Bahn überprüft? Eigentlich erwartet man, dass die Bahn detaillierte Kapazitätsplanungen hat, damit sie entsprechend planen konnte. Was hat die Elternzeit des Herrn Palmer mit Stuttgart 21 zu tun? Da sucht man doch nur nach Gründen, um einen der stärksten Kritiker mundtot zu machen. Herrn Palmer unterstellt man persönliche Absichten? Und welche Motive haben die Befürworter? Über und unter der Erde lassen sich Millionen scheffeln, wenn der Bahnhof gebaut wird. Die Befürworter ärgern sich doch nur, weil es nicht mehr so glatt läuft wie bisher und sie sich rechtfertigen müssen. Wessen Geld wird denn da verbaut? Die Bahn gehört immer noch zu einem Teil dem deutschen Volk.
@K.Zinser, Verkleiche sind total Falsch
Herr Zinser Sie verkleichen Kirschen mit Melonen. Denn man kan die #Laender auf keinen Fall verkleichen, aber typisch fuer die Gegner von S21! Die USA Und Australien sind jeweils etw 30 mal groesser als unser Land, also sind schon die Entfernungen nicht so einfach mit einem LkW zu schaffen, Russland duerfte 100 mal groesser sein und dazu hat es keine nenneswerte Strassen oder gar Autobahnen. Ein Verdienst der GROSSEN UdSSR. Und genau wie die in der ehemaligen UdSSR, arbeiten die Gegner von S21! Dazu zweifle ich Ihre %- angaben sehr an!!! Und in Australien werden fast nur Kohle und ander Berkwerk-Produkte auf der Schiene Transportiert. Sie Herr Zinser, kennen die Eisenbahn-Systeme in Austalien und USA nicht, sonst wuerden sie nicht so reden. Die Menschen in den beiden Laender fliegen, weil eine Bahnreise Tage dauert. Aber das sind die Argumente der Gegner von S21. Man glaubt, keiner kann falsche Behauptungen Nachpruefen. Wer beliefert eigendlich diese, meistens junge Menschen, mit diesen falschen Zahlen und Argumenten?
Die deutsche Bauindustrie wird sich das zweite größte Investitionsvorhaben (nach dem neuen dt. Hauptstadtflughafen) NICHT entgehen lassen! Und die deutsche (schwäbische) Immobilienentwicklungsmafia wird sich das allergrösste Investitionsvorhaben seit dem Mauerfall auch nicht entgehen lassen. Da können die Baum- und Käferretter noch so zetern und um den Runden Tisch herumspringen ... wo Milliarden draufstehen sind Milliarden zu verdienen!
Liebe FAZ-Redaktion - können Sie bitte die Quelle der interessanten Neuigkeiten aus Tübingen nennen ... ein mutterschaftsurlaubender Bürgermeister wildert in fremden Gefilden ... das ist ja besser als bei Till Eulenspiegel.
In 10 Jahren ist jeder Stuttgarter stolz auf diesen modernen zeitgemäßen
Bahnhof und die moderne großzügige Shopping Mall, die auf dem Grund des alten Sackbahnhof's entstehen wird!
Der Leistungszuwachs reicht kaum über 2020 hinaus
Laut Befürwortern beträgt der Kapazitätszuwachs durch den isoliert betrachteten Tiefbahnhof 37%. Laut Projektgegnern im Gesamtsystem deutlich weniger. Aber nehmen wir mal an, die 37% ließen sich tatsächlich realisieren - das ist immer noch jämmerlich wenig, wie eine einfache Zinseszinsrechnung zeigt: bei einem jährlichen Verkehrszuwachs von 3% dauert es nur 11 Jahre, bis der der Gesamtzuwachs 38% beträgt. Das heißt: falls S21 im Jahr 2021 tatsächlich in Betrieb geht, ist man von der Kapazität her da, wo der jetzige Kopfbahnhof noch lange nicht ist: am Limit.
Zu dem jährlichen Zuwachs kommen aber noch Sondereffekte in Form des zusätzlichen Verkehrs, den die neuen Arbeitsplätze in Stuttgart-Mitte und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm schaffen werden: Enge, Gedränge, Verspätungen sind fest vorprogrammiert.
Ich bin gespannt, ob der Genosse Palmer sein Elterngeld stornieren läßt, da er
ja seine Elternzeit ganz offensichtlich unterbrochen hat und wieder (s)einer bezahlten Tätigkeit nachgeht!
Wer einen rechtskräftigen Bauschein in der Tasche hat muss gar nicht beweisen,
Genosse Rabe!
Der "Kapitaen" des untergehenden Schiffes ist auf Schaulauf!
Ist das nicht phantastisch, was der Herr Palmer da zusammen laeuft? Aber das machen doch alle lautstarken Teilnehmer an diesen "Verhandlungen": Sie wollen gesehen werden - einschliesslich der Herr Geissler. Der Herr Geisler und seine Altersgenossen, die an diesem Schauprozess (nach diktatorischer Art) teilnehmen, ich bin auch so alt wie die, wollen sich schnell noch ein Denkmal setzen. Der Herr Palmer und seine juengeren Genossen wollen sich erst mal einen NAMEN machen. Und das alles auf Kosten der Zukunft unseres Landes. Diese Kosten sind viel groesser als S21-Kosten. Dass der Herr Pallmer das nicht begreift, ist verstaendlich - mit rieseigen, gruenen, Scheuklappen sieht man eben nicht gut! - aber das Verhalten der Regierung ist nicht zu verstehen. Begreifen die denn nicht, dass das ganze Spiel woanders weitergeht, nur weil man "Beschwichdiguns-Politik" macht. Hat man in Stuttgart nicht begriffen was die geschichte und Gegenward uns lehren wollen???
Wer soviel Unfaehigkeit im eigenen Haus zeigt, sollte nicht soviel in ander Hinterhoefe schauen. Zuerst mal den Balken aus dem eigenen Auge ziehen und dann den Splitter aus dem anderer ziehen, Herr Palmer. Denn dann koennten Sie besser sehen, ein Spiegel wuerde auch mal gut tun.
Die Bahn muss beweisen, daß ein Vorteil 10 Mrd. Euro wert ist
Es geht hier nicht darum, daß Herr Palmer beweisen müsste, daß der alte Bahnhof besser ist. Eigentlich sollte es ja eine Selbstverständlichkeit sein, daß ein neuer Bahnhof schon auf den ersten Blick deutliche Vorteile bringt.
Die Bahn muss beweisen, daß der neue Bahnhof nicht nur besser sondern um
10 Mrd. Euro besser als der alte Bahnhof ist.