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„Der Goldene Pick“ 2011 „Das Geheimnis des duftenden Bergs“ gewinnt

10.12.2011 ·  Über zweihundert Einsendungen, fünf starke Manuskripte in der Endrunde und ein kluger, warmherziger Siegertext: Der Schreibwettbewerb „Der Goldene Pick“ 2011 ist entschieden.

Von Tilman Spreckelsen
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Manche Texte beginnen so gut, dass man um die Einlösung des Versprechens bangt: „Rufus, ihr unsichtbarer Hund, war auf ihrem Schoß eingeschlafen“ ist so ein Satz, der aufhorchen lässt, wenn er das Manuskript einer Debütantin eröffnet. Was wird sie damit machen? Die hundertste Version von „Mein Freund Harvey“? Eine Kollision von kindlicher Phantasie und Erwachsenenrealität? Oder steht ein neuer Ausflug in die Potter-Welt bevor, mit Zauberei und dem Kampf Gut gegen Böse?

„Goldener Pick“-Gewinnerin Barbara Laban: Jetzt geht es für Sienna weiter

Barbara Laban, Jahrgang 1969, hat mit ihrem Manuskript „Das Geheimnis des duftenden Bergs“ am Wettbewerb „Der Goldene Pick“ teilgenommen, der vom Verlag Chicken House Deutschland und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum zweiten Mal veranstaltet wurde. Sie setzte sich damit gegen eine starke Konkurrenz durch, darunter eine Dystopie, in der ein gigantischer Konzern alle Bücher der Welt vernichten lässt, eine Zeitreise in die friesische Vergangenheit oder die Geschichte einer Zehnjährigen aus Berlin, die Rapperin werden möchte.

Klug gebaut, warmherzig und hinreißend anschaulich

Labans Roman lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Die studierte Sinologin, die mit Mann und zwei Töchtern in London lebt, schildert darin, wie das Mädchen Sienna mit ihrem Vater nach China zieht, weil dieser beruflich dort zu tun hat. Außerdem ist ihre Mutter dort vor einiger Zeit verschwunden. Als sich herausstellt, dass die zwielichtige Haushälterin Ling die Dienstreisen von Siennas Vater dazu nutzt, das Mädchen völlig zu verunsichern und den Kontakt zum Vater zu unterbinden, bricht Sienna auf, begleitet von einem chinesischen Jungen, um den Spuren ihrer Mutter nachzugehen.

Auch Rufus ist dabei, der unsichtbare Hund. Was die Autorin in ihrem klug aufgebauten, warmherzigen und hinreißend anschaulichen Kinderbuch aus diesem Motiv macht, verleiht der Abenteuergeschichte eine weitere Dimension, die vom Übergang ins Erwachsenenalter handelt, vom Verlust des intuitiven Zugangs zur Welt und dem Gewinn einer reflektierten Distanz - aber auch von Fluch und Segen einer lange bewahrten Kinderperspektive. Denn wenn, wie hier, jedes Kind von einem unsichtbaren Tier begleitet wird, das - wie Rufus - nicht mit Kommentaren zum menschlichen Agieren geizt, dann ist der notwendige Abschied an der Schwelle zur Pubertät so unvermeidlich wie schmerzhaft. Manchmal, wenn Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen, geschieht das viel zu früh - auch dies zeigt der Text in seinen bittersten Passagen.

Barbara Laban löst das Versprechen ihres ersten Satzes aufs Allerschönste ein. Im kommenden Frühjahr wird sie auf der Leipziger Buchmesse für „Das Geheimnis des duftenden Bergs“ mit dem „Goldenen Pick“ ausgezeichnet. Am selben Tag fällt der Startschuss für die dritte Runde des Wettbewerbs.

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Jahrgang 1967, Redakteur im Wissenschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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