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Zwei Deutsche in Iran festgenommen Merkel: „Großes Interesse an Freilassung“

12.10.2010 ·  Bundeskanzlerin Merkel hat auf die Freilassung der in Iran festgenommenen Deutschen gedrungen. Teheran wirft zwei Journalisten vor, sie seien mit Touristenvisa eingereist und hätten einen „Bericht“ über ihr Treffen mit dem Sohn der zum Tode verurteilen Iranerin Aschtiani vorbereitet.

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Die Bundesregierung dringt auf die Freilassung der zwei im Iran inhaftierten deutschen Journalisten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Dienstag bei einem Besuch in Bukarest, man habe „ein großes Interesse“, dass die beiden Staatsbürger freikämen. Das Auswärtige Amt unternehme alles, „was in unseren Möglichkeiten steht.“ Es gebe aber keinen neuen Sachstand.

Die iranische Regierung bestätigte am Dienstag die Festnahme der beiden Deutschen. Es sei unklar, ob es sich bei den beiden um Journalisten handle, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Sie seien mit Touristenvisa eingereist und hätten „Verbindungen zu anti-revolutionären Gruppen“ im Ausland. Die Männer hätten einen „Bericht“ über ihr Treffen mit dem Sohn der wegen Ehebruchs zum Tode verurteilen Iranerin Sakineh Mohammad-Aschtiani vorbereitet. Dies sei der Grund für ihre Festnahme.

Nach internationaler Kritik war die Vollstreckung des Steinigungs-Urteils gegen die 43 Jahre alte Aschtiani im Sommer vorläufig ausgesetzt worden. Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte das Urteil kritisiert. Nach Darstellung von Amnesty International werden lediglich in China mehr Menschen pro Jahr hingerichtet als in Iran. In der Islamischen Republik gilt die Todesstrafe unter anderem bei Mord, Ehebruch, Vergewaltigung und bewaffneten Raubüberfällen.

Auswärtiges Amt: „Um Aufklärung bemüht“

Außenminister Westerwelle sagte in New York, er habe den iranischen Außenminister Manouchehr Mottaki gebeten, sich persönlich um den Fall der beiden Deutschen zu kümmern. Er habe veranlasst, dass ein Team der deutschen Botschaft sich nach Täbris begebe um „Zugang“ zu den Festgenommenen zu erhalten, sagte Westerwelle weiter. Deutschland bemühe sich auf allen diplomatischen Ebenen darum, dass die beiden so schnell wie möglich nach Deutschland zurückkehren können.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte die sofortige Freilassung der beiden deutschen Journalisten. Nach unbestätigten Angaben handelt es sich bei den Festgenommenen um einen Journalisten und einen Fotografen. Die iranische Menschenrechtlerin Mina Ahadi geht davon aus, dass auch der Sohn Aschtianis festgenommen wurde. Sie sei telefonisch aus Deutschland zu einem Gespräch mit dem Sohn hinzugeschaltet worden, um als Übersetzerin zu fungieren, sagte Ahadi in Köln. Ahadi ist auch Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime.

Spanische Korrespondentin soll Iran verlassen

Unterdessen forderten die iranischen Behörden die Korrespondentin der spanischen Zeitung „El País“ auf, das Land binnen zwei Wochen zu verlassen. Ángeles Espinosa sei ohne jede offizielle Erklärung die Aufenthaltserlaubnis entzogen worden, berichtete das linksliberale Blatt am Montag in Madrid. Die für ihre kritischen Berichte bekannte Journalistin müsse bis spätestens 24. Oktober ausgereist sein.

Espinosa war im Juli dieses Jahres in der Stadt Ghom vorübergehend festgenommen worden, weil sie den Sohn des 2009 verstorbenen regimekritischen Großajatollahs Hussein Ali Montaseri interviewt hatte.

Ausländische Korrespondenten müssen sich in Iran akkreditieren, um in dem Land außerhalb der Hauptstadt Teheran zu reisen oder über Demonstrationen zu berichten. Bei dem heiklen Thema Steinigungsurteil gegen Mohammad-Aschtiani wären jedoch nach Einschätzung von Experten auch Journalisten mit Akkreditierung festgenommen worden, weil das Kultusministerium für solch ein Interview nie eine Genehmigung gewähren würde. Auch dem Sohn der Frau war vorgeschrieben worden, keine Interviews mit ausländischen Medien zu führen. Überhaupt sind die Aktivitäten der ausländischen Presse seit der umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahl im Juni letzen Jahres und der darauffolgenden Straßenproteste stark eingeschränkt.

Zuletzt hatte auch das Schicksal von drei Amerikanern für Aufsehen gesorgt. Die zwei Männer und eine Frau waren nach eigenen Angaben versehentlich beim Wandern auf iranisches Gebiet geraten. Mitte September kam die gesundheitlich angeschlagene Frau nach 15 Monaten Haft gegen eine Kaution von 500.000 Dollar (359.000 Euro) frei. Die Männer blieben wegen Spionageverdachts weiter in Haft.

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