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Mottaki in Abuja Nigeria droht Iran wegen Waffenlieferung

12.11.2010 ·  Eine in Nigeria abgefangene Waffenlieferung Irans sorgt für Verstimmungen in Abuja. Warum die Waffen für den kleinen Staat Gambia bestimmt waren, ist noch unklar. Irans Außenminister Mottaki befindet sich zu Gesprächen in Lagos.

Von Thomas Scheen, Johannesburg
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Die vor zwei Wochen in einem nigerianischen Hafen entdeckte Waffenlieferung aus Iran hat eine politische Krise zwischen Nigeria und der Regierung in Teheran verursacht. „Wir werden Iran beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen anzeigen, sollte sich herausstellen, dass die Waffenlieferung gegen UN-Richtlinien verstößt“, sagte der nigerianische Außenminister Odein Ajumogobia am Freitag nach einer offenbar unerfreulichen Unterredung mit dem iranischen Außenminister Manuscher Mottaki, der am Donnerstag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja eingetroffen war. Iran unterliegt einem Waffenembargo der Vereinten Nationen.

Der nigerianische Geheimdienst hatte vor zwei Wochen im Hafen von Lagos 13 Container mit schweren Waffen - darunter Raketenwerfer, Mörser und überschwere Maschinengewehre samt Munition - sichergestellt, als diese nach Gambia verschifft werden sollten. Die Fracht war als „Glaswolle“ deklariert. Der Fund hatte für große Aufregung gesorgt, weil sich die nigerianische Regierung im ölreichen Süden einer bewaffneten Rebellion und im Norden einer militanten islamischen Sekte erwehren muss, die im vergangenen Jahr mehrere hundert Menschen ermordet hatte.

Einer der wichtigsten Umschlagsplätze für Kokain

Unklar ist auch weiterhin, warum die Waffen nach Gambia transportiert werden sollten. Das kleine westafrikanische Land ist allerdings einer der wichtigsten Umschlagplätze für südamerikanisches Kokain auf dessen Weg nach Europa und liegt zudem im Einflussbereich der nordafrikanischen Al-Qaida-Gruppe, die für zahlreiche Attentate und Entführungen im Grenzgebiet von Mauretanien, Mali und Niger verantwortlich gemacht wird. Nach israelischen Vermutungen war die Ladung für die libanesische Hizbullah bestimmt.

„Die Waffen stammen eindeutig aus Iran“, sagte der nigerianische Außenminister am Freitag. Das habe ihm Mottaki bestätigt. Der iranische Minister habe der nigerianischen Regierung überdies „Hilfe bei den Ermittlungen“ zugesagt. „Wenn Iran damit gegen die Sanktionen der UN verstoßen hat, wird Nigeria als Mitglied der Vereinten Nationen wissen, was es zu tun hat“, sagte Außenminister Ajumogobia.

Die UN-Sanktionen verbieten es Iran, Waffen direkt oder indirekt zu verkaufen. Beweisen lässt sich ein Verstoß aber nur, wenn die Waffen auf iranischem Territorium verladen wurden. Das dürfte im vorliegenden Fall nicht schwierig sein. Die französische Reederei, deren Schiff „MV Everest“ die 13 Container nach Lagos gebracht hatte, sagt, die Ladung sei im iranischen Hafen Bandar Abbas an Bord gelangt.

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Jahrgang 1965, politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Johannesburg.

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