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Iran Verwirrung um Anschlag auf Ahmadineschad

04.08.2010 ·  War es eine Handgranate oder nur ein Feuerwerkskörper? Medienberichten zufolge soll es auf Irans Präsident Ahmadineschad einen Anschlag gegeben haben. Er sei bei der Explosion einer Granate unverletzt geblieben. Die Regierung dementiert - und spricht von Jubel und Feuerwerkskörpern.

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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat nach widersprüchlichen Medienberichten einen Anschlag auf seinen Konvoi unverletzt überlebt. Ein Regimegegner soll am Mittwoch im Nordwesten des Landes eine Handgranate gegen die Fahrzeugkolonne des Präsidenten geschleudert haben, berichtete die halb-offizielle iranische Nachrichtenagentur Fars.

Die Präsidialverwaltung dementierte den Anschlag. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete, dass ein Feuerwerkskörper geworfen worden sei. Berichte über mehrere Verletzte bei der Explosion nahe dem Flughafen der Stadt Hamedan wurden offiziell nicht bestätigt.

Libanesische Radiosender und arabische Nachrichtenkanäle hatten am Morgen gemeldet, dass bei einem Bombenanschlag auf Ahmadineschads Konvoi mehrere Personen aus dem Umfeld des Präsidenten verletzt worden seien. Dies wurde von offizieller Seite ebenso dementiert wie der Bericht der Agentur Fars, wonach ein Attentäter einen selbst gebastelten Sprengsatz geworfen habe. Die Staatsagentur Irna schrieb, ausländische Medien missbrauchten mit ihren Berichten einen harmlosen Vorfall für ihr Ziel, dem Iran zu schaden.

Explosion eine „Freudenbekundung“?

Im Land herrscht seit Wochen eine angespannte Sicherheitslage. Mitte Juli hatte ein verheerender Selbstmordanschlag im Iran weltweit Entsetzen ausgelöst. Bei dem Blutbad vor einer Moschee starben mindestens 27 Menschen. Der Tat bezichtigte sich eine radikale Sunnitengruppe.

Am Rande des Ahmadineschad-Besuchs in Hamedan gab es nach Darstellung von Irna zwar eine Explosion, doch habe es sich nur um eine „Freudenbekundung“ gehandelt. Demnach habe ein junger Mann aus Begeisterung für den Staatschef einen Feuerwerkskörper gezündet, „so wie es in Fußballstadien zu beobachten ist“.
Andere informierte Quellen aus dem Machtapparat berichteten von der Detonation eines Feuerwerkskörpers aus „feindseligen Motiven“. Der mutmaßliche Täter sei verhaftet worden.

Der Agentur Fars zufolge wurde bei dem Zwischenfall niemand verletzt. Andere Medien berichteten wiederum, eine Handgranate habe einen Begleitwagen mit Journalisten getroffen und mehrere Reporter verletzt. Die iranische Präsidentschaftskanzlei kündigte für später eine Stellungnahme an.

Programm demonstrativ fortgesetzt

Ahmadineschad setzte sein Programm in Hamedan demonstrativ fort. In einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede nannte er die jüngsten amerikanischen Strafmaßnahmen gegen iranische Firmen bedeutungslos. Das amerikanische Finanzministerium hat im Atomstreit mit Teheran 21 iranische Firmen auf eine „schwarze Liste“ gesetzt, darunter 9 in Deutschland. Angeblich bedient sich Teheran der Firmen zur Umgehung von Sanktionen und zur Unterstützung seines Atomprogramms. „Wir machen uns nichts daraus und werden niemals um Eure Waren betteln“, entgegnete Ahmadineschad.

Zugleich schlug er Präsident Barack Obama abermals ein Zweier- Treffen bei der Vollversammlung der UN im September vor. Die Vereinigten Staaten haben das Angebot bisher als Propaganda-Trick abgelehnt.

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