02.04.2008 · Die chinesische Regierung hat ihre Kampagne gegen den Dalai Lama weiter verschärft. Der Aufstand in Tibet sei von ihm und seinen Anhängern im Exil von langer Hand geplant gewesen. Es gebe auch Beweise für die Absicht, Selbstmordanschläge zu verüben.
Die chinesische Regierung hat ihre Kampagne gegen den Dalai Lama und seine Anhänger verschärft und behauptet jetzt, Beweise dafür zu haben, dass der Dalai Lama und seine Anhänger im Exil den Aufstand in Tibet von langer Hand geplant haben.
Chinesische Zeitungen veröffentlichten am Dienstag einen Bericht des Polizeiministeriums, in dem Planungen der „Dalai-Lama Clique“ dokumentiert werden. Ein Sprecher des Polizeiministeriums sagte, die tibetischen Unabhängigkeitskräfte planten als nächsten Schritt Selbstmordanschläge.
Angebliche Geständnisse
Nach Angaben des Polizeiministeriums hätten Sicherheitskräfte bei Razzien in den Klöstern der tibetischen Hauptstadt Lhasa Waffen sichergestellt. Es seien 176 Pistolen, 13.013 Stück Munition, 7725 Pfund Sprengstoff und 19.000 Dynamit-Stangen gefunden worden.
Der Bericht über die „Rolle der Dalai Lama-Clique bei den Unruhen“ bezieht sich auf die „Geständnisse“ eines nicht näher identifizierten Verdächtigen, der gestanden habe, die Ausschreitungen in Lhasa organisiert und an ihnen teilgenommen zu haben. Er habe zuvor ein Agentennetz rekrutiert. Er habe Informationen von Exil-Tibetern nach Tibet weitergegeben.
Ein anderer Verdächtiger, ein ehemaliger Mönch aus Lhasa, habe gestanden, dass er bereits seit zwanzig Jahren an Unabhängigkeitsaktivitäten beteiligt gewesen sei.
Der Polizeisprecher sagte, jetzt seien 414 Personen im Zusammenhang mit den Unruhen in Haft seien, weitere 298 hätten sich selbst gestellt. Einige seien für Plünderung und Brandstiftung bezahlt worden hieß es.
„Ernsthafte Menschenrechtsverletzungen“
Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty international“ meldet in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht, seit Beginn der Proteste am 10. März habe es in der Autonomen Region Tibet sowie in angrenzenden Provinzen „ernsthafte Menschenrechtsverletzungen“ gegeben.
Amnesty verurteilt auch die Ausschreitungen und Zerstörungen der Tibeter. Besonders besorgt sei Amnesty International über das Schicksal der Festgenommenen. Die Informationen von Amnesty basieren vor allem auf Aussagen von exiltibetischen Organisationen. Vertreter der Organisation dürfen nicht nach China reisen.