11.05.2006 · Das warme Wetter schützt vor der Vogelgrippe; das Virus ist empfindlich gegen Wärme und UV-Licht. Der Infektiologe Rene Gottschalk hält einen Ausbruch der Seuche in Hessen derzeit für wenig wahrscheinlich.
Von Brigitte RothDas sonnige Wetter wird vermutlich dafür sorgen, daß Hessen noch eine Weile von der Vogelgrippe verschont bleibt: Der Erreger H5N1, der die Tierseuche auslöst, ist empfindlich gegen Wärme und UV-Licht. Auch die Entstehung eines von Mensch zu Mensch übertragbaren „Super-Virus“ ist nach Ansicht von Rene Gottschalk, dem stellvertretenden Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, derzeit kaum zu befürchten, da die Grippesaison im April zu Ende gegangen sei.
Gleichwohl, warnt der Infektiologe, könne die Vogelgrippe im Tierreich theoretisch jeden Tag ausbrechen. „Sie wird hundertprozentig auch Hessen erreichen.“ Den Zeitpunkt könne niemand vorhersagen. Doch sei Hessen auf dieses Ereignis gut vorbereitet, so Gottschalk.
Stallpflicht für Geflügel bis 15. Mai
Sollten ausgerechnet während der Fußball-Weltmeisterschaft tote Schwäne am Frankfurter Mainufer gefunden werden, hätte das für Menschen voraussichtlich keine weitreichenden Konsequenzen. Bei Verdacht auf Vogelgrippe dürften Hunde und Katzen im Umkreis von zehn Kilometern um den Fundort 15 Tage nicht frei herumlaufen, im Umkreis von drei Kilometern gilt dies 21 Tage. Fritz Merl, Leiter des Frankfurter Veterinäramts, erinnerte daran, daß der Bund die Stallpflicht für Geflügel, die zunächst Ende April aufgehoben werden sollte, bis 15. Mai verlängert habe.
Eine in Kraft getretene „Geflügel-Aufstallungsverordnung“ sehe sogar über dieses Datum hinaus eine Stallpflicht vor, allerdings mit weitreichenden Ausnahmen. In unmittelbarer Nähe eines Gewässers oder Feuchtbiotops beispielsweise, wo sich Wildvögel aufhalten könnten, gelte die Stallpflicht in jedem Fall über Mitte Mai hinaus weiter, äußerte Merl.