29.02.2008 · Der zurückgetretene Postchef Klaus Zumwinkel hat sich am Freitag von seinen Mitarbeitern in der Konzernzentrale verabschiedet. Mehr als 1000 Beschäftigte nahmen an der vom Betriebsrat organisierten Abschiedsveranstaltung teil, um dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Lebwohl zu sagen. Dabei flossen die Tränen.
Der zurückgetretene Postchef Klaus Zumwinkel hat sich am Freitag von seinen Mitarbeitern in der Konzernzentrale verabschiedet. Mehr als tausend Beschäftigte nahmen an der vom Betriebsrat organisierten Abschiedsveranstaltung teil, um dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Lebewohl zu sagen. "Es war eine sehr emotional geprägte Sympathiebekundung für seine Person und für sein Lebenswerk. Es sind viele Tränen geflossen", berichtete ein Mitarbeiter anschließend über die nicht-öffentliche Veranstaltung.
Ein Mann im falschen Film
Der Saal im Bonner Post-Tower sei „brechend voll“ gewesen, hieß es. Die Mitarbeiter hätten ihrem ehemaligen Chef stehend stürmischen Beifall geklatscht. Zumwinkel habe seinen früheren Mitarbeitern gesagt, er befinde sich „seit zwei Wochen in einem Film, in dem er eigentlich nicht sein will“. Er habe das Handtuch als Postchef geworfen, um dem Unternehmen keinen Schaden zuzufügen. Zumwinkels Nachfolger Frank Appel habe ausführlich die Verdienste seines Vorgängers gelobt. Er sei während seines Vortrags, bei dem er mit den Tränen gekämpft habe, Zumwinkel mehrfach um den Hals gefallen.
Zumwinkel war nach achtzehn Jahren an der Spitze der Post wegen einer privaten Steueraffäre zurückgetreten. Die mediale Verurteilung und die zur Schau gestellte Empörung vieler Politiker hätten die Belegschaft anscheinend mehr aufgebracht als die Vorwürfe gegen Zumwinkel, sagte ein Postmanager. Vielen Beschäftigten sei es ein Bedürfnis gewesen, Zumwinkel zu danken und einen würdigen Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Ära zu setzen.
Der faire Vorstandschef
Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Dirk Marx lobte Zumwinkel als fairen Vorstandschef, der der Arbeitnehmerseite verlässlich und mit Respekt begegnet sei. Er habe das Unternehmen nicht durch seine private Auseinandersetzung mit den Steuerbehörden in Mitleidenschaft ziehen wollen, sagte Zumwinkel, der in einer persönlich gehaltenen kurzen Rede noch einmal die Entwicklung der Post von der Behörde zum Weltkonzern in Erinnerung rief. Mit Frank Appel sei für ihn ein Nachfolger bestellt worden, der auf diesem Fundament erfolgreich weiter machen werde. Der Konzern sei gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet.
Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußerte sich Zumwinkel nicht. In einem Beitrag für eine Sonderausgabe der Mitarbeiterzeitung "Premium Post" verwies er nur darauf, dass das "Ergebnis offen ist" und er deshalb nicht mehr dazu sagen könne. Die laufenden Ermittlungen belasteten ihn und seine Familie sehr, schrieb der einstige Postmanager in dem Blatt. Deshalb und um Schaden von seiner Familie abzuwenden, sei er von seinen Ämtern zurückgetreten. Zugleich bekannte er seinen Stolz, in den vergangenen 18 Jahren an der Spitze der Post gestanden zu haben.
Zumwinkel bat die Post-Mitarbeiter, seinen Nachfolger Frank Appel bei dessen Arbeit zu unterstützen.
Einen Imageberater engagiert
Medienberichten zufolge will Zumwinkel mit Hilfe eines Imageberaters die Folgen der Steueraffäre besser meistern. Der 64-Jährige habe den einstigen RWE-Kommunikationschef Dieter Schweer engagiert, der schon Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann aufgrund dessen Imageproblemen nach dem ersten Mannesmann-Prozess beraten hatte.
Schwarz und Weiß
Peter horrex (Eysel)
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die armen
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Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
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