17.01.2007 · Die Männer des Deutschen Snowboardverbandes waren bei der Weltmeisterschaft in Arosa bislang nicht konkurrenzfähig. Die deutschen Hoffnungen ruhen nun auf den Freestylern.
Von Michael Eder, ArosaVon den deutschen Snowboard-Männern ist wiederum nichts zu berichten, jedenfalls nichts Erfreuliches. Nach Abschluss der alpinen Disziplinen Parallel-Riesenslalom und Parallel-Slalom bleibt festzuhalten: Die Männer des Deutschen Snowboardverbandes waren bei der Weltmeisterschaft in Arosa bislang nicht konkurrenzfähig.
Wie schon am Dienstag beim Riesenslalom schieden tags darauf auch im Slalom Alex Deubl und Patrick Bussler schon in der Qualifikation aus. Und weil auch im Snowboardcross kein deutscher Fahrer über die erste Runde hinausgekommen war, summiert sich das Abschneiden zu einer erschreckenden Zwischenbilanz. Die deutschen Hoffnungen ruhen nun auf den Freestylern, von denen der Olympia-Achte Christophe Schmidt im Halfpipe-Wettbewerb zum erweiterten Favoritenkreis zählt. Sein Ziel sei „ein Platz auf dem Podium“, sagt Schmidt, und davon können seine alpinen Kollegen im deutschen Team nicht einmal träumen. Weltmeister im Parallel-Riesenslalom wurde in Arosa der Schweizer Simon Schoch, der seinen Bruder Philipp im Finale hinter sich ließ.
Amelie Kober scheitert unglücklich
Dass der Mittwoch dennoch nicht zu einem Tag zum Trübsalblasen für das deutsche Team wurde, dafür sorgte die Frauenfraktion. Zwar hatte Amelie Kober einen Tag nach dem Gewinn der Silbermedaille im Riesenslalom diesmal nach der zweitbesten Qualifikationszeit Pech, als sie im Achtelfinale zu vorsichtig fuhr und sich der Amerikanerin Stacia Hookom nach zwei Läufen um fünf Hundertstelsekunden geschlagen geben musste. Doch ihre Auftritte in Arosa gaben Anlass zur Hoffnung, dass die Neunzehnjährige künftig eine dominierende Rolle in den alpinen Snowboarddisziplinen spielen wird. Ihr unglückliches Ausscheiden im Slalom erklärte sie mit den Anstrengungen am Tag zuvor. Nun will sie bei der Junioren-WM, bei der sie letztmals starten darf, noch ein paar weitere Medaillen sammeln.
Dass im Lager der deutschen Frauen vielversprechende Talente reifen und Amelie Kober demnächst ernsthafte Konkurrenz im eigenen Lager erwachsen könnte, bewies die 20 Jahre alte Isabella Laböck aus Priem am Chiemsee. Sie hatte in der Qualifikation die achtbeste Zeit erzielt und sich im Achtelfinale souverän gegen die Kanadierin Caroline Calve durchgesetzt. Im Viertelfinale stand sie neben der Österreicherin Doresia Krings hinter dem Startgitter, doch dann wurde ihr der jugendliche Überschwang zum Verhängnis. Weil sie es eilig hatte, auf die Strecke zu kommen, fuhr sie einen Tick zu früh los. Die Elektronik zeigte einen Fehlstart an, damit war ihre Chance dahin. 79 Hundertstelsekunden Zeitstrafe waren im zweiten Durchgang gegen die starke Österreicherin nicht mehr aufzuholen. „Das war bitter“, sagte sie. „Ich bin sehr enttäuscht, es muss eine Millisekunde gewesen sein, die ich zu früh dran war.“ Den Titel gewann die Österreicherin Heidi Neururer.
Snöben und Snooker
Fionn Huber (fionn)
- 19.01.2007, 20:43 Uhr