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Geburtstag Ambulanter Salon: Rochus Kowallek wird achtzig

06.05.2006 ·  Heute vor achtzig Jahren ist Rochus Kowallek in Berlin geboren. In der Frankfurter Kunstgeschichte der Nachkriegszeit hat er eine bedeutende Rolle gespielt und wer sich bis vor einigen Jahren irgendwo auf einer der großen Moderne-Messen niederließ, gewann manchmal den Eindruck, hier betreibe jemand einen ambulanten Salon.

Von Konstanze Crüwell
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Das Leben von Rochus Kowallek scheint vor allem von zwei Eigenschaften bestimmt zu sein: von seinem enormen Spürsinn für Qualität - und für „Mist“ - in der unüberschaubaren zeitgenössischen Kunstproduktion und von seiner Begabung zur Freundschaft.

So gibt es wohl kaum einen namhaften Künstler oder Galeristen, den er nicht kennt, und wenn er sich bis vor einigen Jahren irgendwo auf einer der großen Moderne-Messen niederließ, dann konnten Nichtwissende manchmal den Eindruck gewinnen, hier betreibe jemand einen ambulanten Salon. Daß es dem langjährigen Frankfurt-Korrespondeten eines Hamburger Kunstmagazins nie an Publikum mangelte, hat mit seinem Humor, seiner Selbstironie und seinem Erzähltalent zu tun, dem seine Zuhörer enormen Unterhaltungswert bescheinigen.

In der Frankfurter Kunstgeschichte der Nachkriegszeit hat Rochus Kowallek eine bedeutende Rolle gespielt, die freilich zunächst alles andere als einfach war. Denn die Kunstfreunde in dieser Stadt erkannten leider nicht, daß sie in den frühen sechziger Jahren für vergleichweise erstaunlich wenig Geld eine Kunstsammlung von hohem und dauerhaftem Rang in Frankfurt hätten aufbauen können: So blieb Kowallek damals mit seiner Begeisterung für Yves Klein, Lucio Fontana, Piero Manzoni oder für die Zero-Protagonisten wie Mack, Piene und Uecker ziemlich allein, als er deren Werke in seiner ersten, 1961 gegründeten Galerie „dato“ mit risikofreudigem Einsatz zeigte.

Über die „betrübliche Bilanz im Frankfurter Kunstleben“ schrieb Wieland Schmied in dieser Zeitung im Herbst 1962, als unter anderen die Zimmergalerie Klaus Franck und „dato“ schließen mußten. Auch in Kowalleks Nachfolgegalerie reagierte das Publikum spröde, das erst zwischen 1967 und 1973 in der von ihm zunächst geführten, später übernommenen Galerie Lichter zugriff: Jetzt fand Zero reißenden Absatz; eine Graubner-Ausstellung war schon vor der Eröffnung ausverkauft. Kowallek zeigte Immendorff, Koberling, Paeffgen, auch Jo Beuys hatte hier sein Frankfurter Debüt. Daß er sich vor allem in Berlin zu Hause fühlt, hat Rochus Kowallek nie verhehlt. Dort ist er heute vor achtzig Jahren geboren.

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