09.09.2008 · Bei seinen ersten Verhandlungen mit Moskau ließ EU-Ratspräsident Sarkozy Entschiedenheit vermissen - Russland nutzte dies skrupellos aus. Diesmal ist es ihm offenbar gelungen, eine diplomatische Zuspitzung der Lage zu verhindern: Moskau moderiert seine Angriffshaltung.
Von Günther NonnenmacherDem französischen Präsidenten Sarkozy, der dieses Mal von EU-Repräsentanten eingerahmt war, ist es in Russland und Georgien gelungen, eine diplomatische Zuspitzung der Lage zu verhindern. Offenbar lag das auch an einer Entschiedenheit, die Sarkozy bei seinen ersten Verhandlungen im August vermissen ließ. Es muss auch sein persönliches Ziel gewesen sein, Moskau nicht mehr - wie damals - die Chance zu geben, Unklarheiten eines Abkommens skrupellos zu seinen Gunsten auszulegen und damit die europäischen Vermittler zu blamieren.
Dies, zusammen mit der mangelnden Unterstützung ihrer Kaukasus-Politik selbst bei nahestehenden Regimen, hat die russische Führung dazu bewogen, ihre politische Angriffshaltung zu moderieren. Ob das auf eine Deeskalation in der Sache schließen lässt, wird man erst beurteilen können, wenn der Kreml seine Versprechungen - Truppenrückzug, Zulassung von EU-Beobachtern - erfüllen muss. Dass es im Grundsätzlichen, in der Frage der territorialen Integrität Georgiens, Fortschritte geben könnte, hatte ohnehin niemand erwartet.
@Ralph Bohr (rabo0101)
Robert Miller (Dr_Rob)
- 11.09.2008, 13:01 Uhr