15.08.2008 · Auf Vermittlung der EU haben Russland und Georgien einem Rahmenplan zur Entschärfung des militärischen Konflikts zugestimmt. Die Vereinbarung ist keine Friedensregelung, soll aber Grundlage für einen juristisch bindenden Text sein. Die sechs Punkte im Einzelnen.
Auf Vermittlung der Europäischen Union haben Russland und Georgien einem Sechs-Punkte-Rahmenplan zur Entschärfung des militärischen Konfliktes um Südossetien zugestimmt. Die Vereinbarung ist keine Friedensregelung, sondern soll die Grundlage für einen juristisch bindenden Text bilden, um die Kämpfe zu beenden und eine politische Lösung vorzubereiten. Der UN-Sicherheitsrat soll die sechs Prinzipien garantieren. Im Gespräch mit EU-Ratspräsident Sarkozy stimmten sowohl der russische Präsident Medwedjew als auch der georgische Präsident Saakaschwili am 12. August allen sechs Punkten zu. Allerdings ist die Vereinbarung nicht rechtsgültig, weil sie von keiner Konfliktpartei unterzeichnet wurde. Sarkozy sprach von dem „Beginn eines Prozesses“.
Die „sechs Prinzipien“:
1. „Kein Rückgriff auf Gewalt zwischen den Protagonisten“
2. „Definitive Einstellung der Feindseligkeiten“
3. „Gewährung freien Zugangs für humanitäre Hilfe“
4. „Die georgischen Streitkräfte sollen sich auf ihre üblichen Stationierungsorte zurückziehen.“
5. „Die russischen Streitkräfte sollen sich auf die Linien vor Beginn der Feindseligkeiten in Südossetien zurückziehen. In Erwartung eines internationalen Mechanismus werden die russischen Friedenstruppen vorläufig zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.“
6. „Eröffnung internationaler Diskussionen über die Modalitäten der Sicherheit und Stabilität in Abchasien und Südossetien“
Der Rahmenplan bleibt hinter dem ursprünglichen Entwurf der EU- Ratspräsidentschaft zurück. Dieser forderte noch die „volle Achtung der Souveränität und territorialen Integrität Georgiens“ und sah „Formen internationaler Begleitung“ vor, also zum Beispiel die Entsendung einer Friedenstruppe der EU oder der UN.
FAZ.NET-Sonderseite: Krieg im Kaukasus