17.10.2009 · Mit Unterstützung der Luftwaffe hat die pakistanische Armee am Samstag ihre lange erwartete Großoffensive gegen radikal-islamische Taliban in Waziristan an der Grenze zu Afghanistan begonnen. Nach Militärangaben nehmen 28.000 Soldaten an der Offensive teil.
Nach einer Serie von Anschlägen hat die pakistanische Armee eine lang erwartete Bodenoffensive gegen die radikal-islamischen Taliban gestartet. In der an Afghanistan grenzenden Stammesregion Süd-Waziristan sollten die Extremisten in ihrer Hochburg von drei Seiten aus in die Zange genommen werden, teilte das Militär am Samstag mit. 28.000 Soldaten stünden bereit, um es mit schätzungsweise 10.000 Taliban-Kämpfern aufzunehmen.
Die Streitkräfte hatten ihre Offensive in der kargen Bergregion seit Wochen mit Luft- und Artillerieangriffen vorbereitet. Mehr als 80.000 Menschen sind längst aus dem Gebiet geflohen, nach Angaben der UN schlug die unmittelbar bevorstehende Offensive in der vergangenen Woche noch mehr Menschen in die Flucht. „Die Bodenoffensive hat begonnen“, sagte der für die paschtunische Stammesregion Süd-Waziristan zuständige Regierungsvertreter Tariq Hayat Khan.
Aktion aus drei Richtungen
Aus Geheimdienst- und Regierungskreisen verlautete, die Soldaten rückten aus drei Richtungen vor. Bei Gefechten seien vier Soldaten verletzt worden. In Süd- und auch in Nord-Waziristan seien nahe der Militärkonvois mehrere am Straßenrand versteckte Bomben detoniert. Drei Soldaten seien getötet worden, fünf weitere verletzt. Es sei eine Ausgangssperre verhängt worden, um den Truppentransport zu schützen. Telefonverbindungen seien gekappt worden.
Mit demonstrativer Einigkeit hatten sich Regierung und Opposition hinter die Offensive gestellt, die Armee-Chef Ashfaq Kayani am Freitag in Islamabad erläuterte. Die Extremisten müssten gestoppt und die Kontrolle des Staates wiederhergestellt werden, teilte die Regierung mit. Sie hatte zuvor erklärt, jüngste Angriffe der Taliban machten sie noch entschlossener für die Offensive. In den vergangenen zwölf Tagen hatten Islamisten Anschläge gegen die Vereinten Nationen (UN), das Hauptquartier der Armee und der Polizei sowie gegen die Zivilbevölkerung verübt. Dabei starben etwa 150 Menschen. Die mit den Al-Kaida-Extremisten verbündeten Taliban waren in Pakistan auf dem Vormarsch, bis die Armee sie im Frühjahr aus dem Swat-Tal nordwestlich der Hauptstadt Islambad zurücktrieb.
Das Erstarken der Islamisten hatte Sorgen um die Sicherheit der pakistanischen Atomwaffen ausgelöst. Die USA, die Pakistan wiederholt Zögerlichkeit in dem Konflikt vorgeworfen haben, begannen indes mit der Lieferung von Militärausrüstung im Wert von 200 Millionen Dollar. Dies hatte das pakistanische Militär seit langem angefordert.
Hier könnte die Nato ausnahmsweise mal etwas Positives leisten
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 17.10.2009, 15:15 Uhr
Der Krieg ist notwendig
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 17.10.2009, 17:23 Uhr
Ein Zündfunkte, der zur Explosion kommen kann...
Eva Steidl (evilein12)
- 18.10.2009, 12:30 Uhr