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Afghanistan Guttenberg kündigt neue Strategie an

23.01.2010 ·  Die Strategie der Bundeswehr in Afghanistan soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Guttenberg verändert werden. Demnach sollen die Soldaten mehr Präsenz in der Fläche des Landes zeigen. Es soll ein eigener deutscher Ansatz sein.

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat angekündigt, dass sich die Strategie der Bundeswehr in Afghanistan verändern werde. Demnach sollen die Soldaten beim Ausbilden afghanischer Sicherheitskräfte mehr Präsenz in der Fläche des Landes zeigen. Bisher bildet die Bundeswehr vor allem innerhalb der Lager aus nach dem Prinzip des sogenannten „Mentorings“.

In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Guttenberg: „Ein neuer Schwerpunkt ist es, dass man Präsenz in der Fläche zeigt: nicht um offensiv zu kämpfen, sondern um Ausbildung für die afghanische Armee und Polizei und Schutz für die afghanische Bevölkerung miteinander in Einklang zu bringen.“

Truppenaufstockung unter Vorbehalt

Der Minister weist aber darauf hin, dass es sich um einen eigenen deutschen Ansatz handele, nicht um eine exakte Übernahme des amerikanischen Konzepts des „Partnerings“. Bei diesem patrouillieren, kämpfen und leben die internationalen Truppen außerhalb gesicherter Feldlager Seite an Seite mit afghanischen Sicherheitskräften, was erhebliche Gefahren birgt. Guttenberg sagte, der Schutz der Bevölkerung sei das Hauptziel beim deutschen Vorgehen: „Das geht nur, wenn man das an den Orten macht, wo man auch Kontakt zur Bevölkerung hat. Das war in Teilen Afghanistans schon ein Erfolgsmodell und bedeutet nicht automatisch mehr Risiko für die Soldaten.“ Wer das Lager nur für Patrouillenfahrten verlasse, könne „berechenbar noch mehr zum Ziel werden“.

Guttenberg kündigte an, noch vor der internationalen Afghanistan-Konferenz am Donnerstag in London „eine konkrete Zahl für eine mögliche Aufstockung des deutschen Truppenanteils“ vorzustellen. Doch stehe eine solche Aufstockung unter dem Vorbehalt der Ergebnisse der Londoner Konferenz. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) lehnte am Samstag Forderungen der Opposition nach einem festen Abzugstermin der Bundeswehr ab. Westerwelle sagte der „Bild am Sonntag“, kein Politiker könne heute versprechen, dass Ende Dezember 2013 „alles gewonnen und alles vorbei“ sei.

In Afghanistan sind unterdessen bei einer Serie von Anschlägen und Gefechten etwa 30 Menschen am Samstag ums Leben gekommen. Unter den Toten sind mehr als 20 Taliban sowie zwei amerikanische Soldaten.

Das vollständige Gespräch mit Verteidigungsminister Guttenberg lesen Sie in der F.A.Z. vom Montag, dem 25. Januar.

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