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Tour de France Rasmussen redet, die Zweifel bleiben

24.07.2007 ·  Michael Rasmussen hat gestanden - aber natürlich handelte es sich dabei nicht um ein Doping-Vergehen. Er habe einen Fehler gemacht, erklärte der Däne - und versucht sich weiter zu rechtfertigen. Doch die Zweifel werden immer größer.

Von Rainer Seele, Pau
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Michael Rasmussen hat gestanden - aber natürlich handelte es sich dabei nicht um ein Doping-Vergehen. „Ich habe einen Fehler gemacht“, sagte er am Dienstag, an einem weiteren Ruhetag der Tour de France. Damit räumte der Däne also einen Verstoß gegen die Meldepflicht für Radrennfahrer ein; er war deswegen am 29. Juni vom Internationalen Radsportverband (UCI) verwarnt worden.

„Ich akzeptiere das“, sagte er während einer Pressekonferenz in Pau. Rasmussen, der das Gelbe Trikot trägt, behauptete auch, absolut sauber zu sein, also keine Leistungsmanipulationen vorgenommen zu haben. Ein Versuch der Rechtfertigung - die Zweifel freilich, die ihm entgegenschlagen, konnte Rasmussen keineswegs entkräften. Im Gegenteil: Das Misstrauen ihm gegenüber dürfte nur noch größer geworden sein.

Das Fax kam erst mit einem Tag Verspätung an

In Palais Beaumont von Pau herrschte gewissermaßen Belagerungszustand, als der umstrittene Rasmussen, der zu einer großen Belastung für die Tour geworden ist, sich äußerte. An seiner Seite saßen Theo de Rooy, der Chef des niederländischen Rabobank-Teams, und der Anwalt der Mannschaft. Immer wieder war an diesem Nachmittag von administrativen Verfehlungen die Rede - das sollte offensichtlich helfen, den Vorwurf zu entkräften, Rasmussen habe sich mehrmals den Doping-Kontrolleuren entziehen wollen.

So erklärte Rabobank auch einen Vorfall aus dem Frühjahr 2006. Damals war Rasmussen von der UCI gerügt worden, weil er seine Aufenthaltsorte für die zweite Hälfte des Jahres nicht wie vorgeschrieben bis zum 1. April angegeben hatte. Allerdings will der Däne am 2. April ein Fax mit allen relevanten Informationen an die UCI geschickt haben - mit einem Tag Verspätung also.

„Ich unterstütze mein Team im Kampf gegen Doping“

Die UCI hat angeblich so darauf reagiert: „Thank you and okay.“ Rasmussen wies auch darauf hin, dass er während dieser Tour bereits 14 Doping-Tests über sich habe ergehen lassen müssen - kein einziger sei positiv gewesen. Und überhaupt: „Ich unterstütze mein Team im Kampf gegen Doping.“

Dass er nun auch von dem amerikanischen Mountainbike-Fahrer Whitney Richards ins Zwielicht gerückt wurde, kann der Däne, schmächtig und kahl geschoren, selbstredend auch nicht verstehen. „Die Geschichte ist nicht wahr“, sagte er am Dienstag. Rasmussen soll versucht haben, Richards im Jahr 2002 als Kurier für ein nicht zugelassenes Hämoglobinpräparat zu missbrauchen.

6. Mai statt 6. April: Fehler bei Dopingtest-Daten

Der dänische Radsportverband bleibt in der Causa Rasmussen jedoch bei seiner Auffassung, dass es insgesamt vier Ermahnungen für Rasmussen gegeben habe, darunter zwei von den Dänen selbst. Rasmussen hätte demnach gesperrt werden müssen. Der juristische Beistand des Profis bezweifelte jedoch am Dienstag die Kompetenz der Dänen für Doping-Proben außerhalb ihres Landes - Rasmussen übt seinen Beruf mit einer monegassischen Lizenz aus.

So lavierten sich Rasmussen und seine Begleiter durch die Fragerunde von Pau. Die UCI wird nicht gegen den Dänen vorgehen, ihr Präsident Pat McQuaid hat das noch einmal bestätigt. Der Hintergrund könnte ein Verfahrensfehler sein. Der Anwalt des niederländischen Rennstalls, Harro Knijff, erklärte, für eine der von der UCI registrierten Verwarnungen für eine verpasste Kontrolle sei ein falsches Datum angegeben. So hat die UCI in ihrer Auflistung der Verfehlungen Rasmussens anscheinend einen „missed Test“ vom 6. April aus Versehen auf den 6. Mai datiert, womit die daraufhin ausgesprochene Verwarnung der ADD wohl anfechtbar ist.

Quelle: F.A.Z., 25.07.2007, Nr. 170 / Seite 30
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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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