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Tour de France Andreas Klöden denkt ans Karriereende

28.07.2007 ·  Mit dem Rückzug des Astana.Teams musste auch Andreas Klöden aus der Tour aussteigen. Nun denkt der Deutsche an das Karriereende. Unterdessen äußerte Tour-Präsident Clerc herbe Kritik am Welt-Radsportverband UCI.

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Radprofi Andreas Klöden denkt nach dem Rückzug seines Astana-Teams von der Tour de France an ein Karriereende. „Vielleicht höre ich ganz auf“, sagte der 32-Jährige in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Samstag-Ausgabe). „Ich befürchte, der Sport wird kriminalisiert, man soll ins Gefängnis wandern. Was ist, wenn einer mir etwas Verbotenes über den Salat kippt? Plötzlich bin ich positiv und wandere in den Knast. Das will ich nicht, ich habe Familie. Das Ganze macht doch keinen Sinn mehr.“

Nach der positiven A-Probe von Teamkapitän Alexander Winokurow war der kasachische Rennstall Astana am Dienstag bei der Tour ausgestiegen. Der in Kreuzlingen in der Schweiz lebende Klöden betonte, er habe nie einen Dopingtest versäumt. „Ich habe alle absolviert. Ich bin immer angetroffen worden. In diesem Jahr wurde ich insgesamt 14 Mal überprüft. Darunter 6 unangemeldete Doping-Tests. Ich habe einen eigenen Trainer, der nie mit Doping in Verbindung gebracht wurde. Ich bin sauber“, sagte er. Er habe sich einen Anwalt genommen, „um meinen Ruf zu schützen“.

„Jeder wünscht dem anderen das Schlechteste“

Auf die Frage, ob er die Korrektheit der positiven Dopingtests anzweifle, sagte Klöden: „Mir kommt einiges komisch vor. Winokurow soll mit Fremdblut gedopt haben. Er weiß doch, dass er kontrolliert wird. Das ist genauso, als wenn ein Blitzer in der 80er-Zone steht und man fährt mit 150 km/h durch.“ Das Gleiche gelte für den ebenfalls positiv getesteten Astana-Fahrer Matthias Kessler.

„Er hat einen noch nie gemessenen Testosteronwert. Und das zwischen zwei Rennen, bei denen er auf Sieg fährt und mit Kontrollen rechnen muss. So dumm ist doch keiner“, sagte Klöden in dem Interview. Er sprach zudem von Intrigen zwischen dem Weltverband UCI und dem Tour-Organisator ASO. „Jeder wünscht dem anderen das Schlechteste. Es geht um viel Geld. Was ist, wenn manipuliert wird, um alles kaputt zu machen, um dann die Reste zu übernehmen?“

„Der UCI fehlen Transparenz und Professionalität“

Unterdessen will die Tour de France mit der jetzigen Führung des Welt-Radsportverbandes UCI unter dem Iren Pat McQuaid nicht mehr zusammenarbeiten. Das bekräftigte Tour-Präsident Patrice Clerc am Samstag am Start der 19. Etappe in Cognac. „Der UCI fehlen Transparenz und Professionalität, sie ist zutiefst gewissenlos und hat den Erfolg der Tour untergraben“, sagte Clerc.

Bis Ende Oktober will die Tour mit Teams und Sponsoren, die sich dem Antidoping-Kampf verschrieben hätten, die Grundlagen für eine „Erneuerung des Radsports“ legen. Geplant ist ein so genannter „ethischer Pass“ für Radprofis. Darin sollen alle für die Doping-Kontrollen relevanten Gesundheitsdaten enthalten sein. Das Dokument will die Tour-Organisation für die Teilnahme an allen von ihr organisierten Rennen fordern, wie die Eintagesklassiker Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Doping-Gerüchte um Mauricio Soler nicht bestätigt

Gleichzeitig hat die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) die Organisatoren der Tour de France scharf kritisiert. Seit dem Festina-Skandal von 1998 habe sich offenbar nichts geändert, sagte Wada-Präsident Richard Pound der französischen Zeitung „Le Figaro“ am Samstag. Die Agentur wolle im November schärfere Strafen für Doping beschließen. So soll die Sperre für ein Erstvergehen von zwei auf vier Jahre erhöht werden.

Derweil gibt es vorerst keinen weiteren Dopingfall. Tour-Chef Christian Prudhomme wies am Samstag Gerüchte über einen möglichen Positivtest nach der 14. Etappe zum Plateau-de-Beille zurück. „Wir haben nichts. Alles sind nur windige Gerüchte“, sagte Prudhomme. Diverse Medien hatten zuvor über einen positiven Dopingtest des kolumbianischen Bergtrikot-Trägers Mauricio Soler (Barloworld) auf der Etappe berichtet. Auf diesen Fall angesprochen, sagte Prudhomme, dass sie beim Radsport-Weltverband UCI angefragt und keine Bestätigung über einen Positivtest am Etappenziel erhalten hätten. Am Freitagabend hatte die belgische Tageszeitung Het Laatste Nieuws auf ihrer Internetseite vom Verdacht gegen Soler berichtet. Angeblich hätten Polizisten den Kolumbianer im Hotel seines Teams in Champniers festgehalten.

Bluttests bei 15 Profis vor dem Einzelzeitfahren

Vor dem Start des Einzelzeitfahrens in Cognac am Samstag wurden Bluttests bei 15 Fahrern vom Weltverband UCI durchgeführt. Unter den getesteten Athleten waren auch Fahrer von T-Mobile, Barloworld, CSC und Discovery Channel, dem Team des Gesamtführenden Alberto Contador (Spanien).

Sämtliche Tests wiesen keine auffälligen Werte auf. Bisher wurden bei der diesjährigen „Großen Schleife“ Astana-Kapitän Alexander Winokurow (Kasachstan) und Cofidis-Profi Cristian Moreni (Italien) des Dopings überführt wurde. Zudem war eine posititive Dopingprobe von T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz (Künzell) vom 8. Juni bekannt geworden.

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