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Opel Zwei Überraschungen

11.09.2007 ·  Der Autobauer überrascht mit zwei Neuerungen. Über die eine, die Antriebstechnik, wird gern geredet, die Schiebetüren sind eine echte Überraschung. Damit will der Konzern auf die älter werdenden Kunden eingehen.

Von Frank-Holger Appel
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Opel zeigt auf der IAA einen Versuchsträger, der gleich zwei Sensationen enthält. Über die eine – neue Antriebstechnik – redet der Rüsselsheimer Hersteller gerne, die andere – neue Türkonzepte – ist noch geheim.

Das Konzeptauto „Flextreme“ zeigt einen Kompaktwagen mit Designlinien des künftigen Modells Astra, der besonders umweltfreundlich sein soll. Er wird im Stadtbetrieb ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben, womit sich Opel eine Pionierrolle auf dem deutschen Markt zuschreibt. Die Batterien sollen eine Reichweite von 55 Kilometer garantieren. Dies ist nach Recherchen von Opel für die meisten Berufspendler sowie den täglichen Einkauf ausreichend. Danach lässt sich die Batterie an einer normalen 220 Volt Steckdose wieder aufladen. Sollte die Batteriekapazität erschöpft sein, springt ein Dieselmotor an, der das Fahrzeug vorantreibt und die Batterie auflädt. Dieser Motor soll nur 40 Gramm Kohlendioxid je Kilometer emittieren.

Zum Vergleich: Derzeit liegt der Durchschnittswert europäischer Autos bei etwa 160 Gramm. Im Durchschnitt werde das Auto 1,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrennen, verspricht Opel. Über einen Preis für das Fahrzeug mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometer wurden keine Angaben gemacht. Das Auto soll im Jahr 2010 auf den Markt kommen.

Verbesserung bestehender Antriebsarten

Der Vorstandsvorsitzende der Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM), Rick Wagoner, sagte, der Konzern sei entschlossen, in Umweltschutz und Technologie eine führende Rolle einzunehmen. Die Autoindustrie könne nicht mehr ausschließlich auf Öl als Energiequelle setzen. Darüber hinaus aber werde es immer deutlicher, dass es bei alternativen Antriebsarten nicht die eine, beste Lösung für alle Teile der Erde gebe. Daher setze GM auf die Verbesserung bestehender Antriebsarten, alternative Treibstoffe wie Erdgas und Bioethanol, Hybridmotoren und die Brennstoffzelle.

GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster zeigte sich skeptisch bezüglich der Marktchancen kleiner Hybridautos. Schon ein Diesel sei durchschnittlich rund 2000 Euro teurer als das gleiche Fahrzeug mit Benzinmotor, Hybridmotoren seien nochmals teurer – Fachleute erwarten Mehrkosten von 2000 bis 3000 Euro. Forster sagte, die Hybridtechnik werde wohl vor allem für Oberklasse- und Geländewagen interessant sein, deren Besitzer sich die Mehrkosten leisten könnten.

Die Nutzbarkeit des Fahrzeugs verbessern

Die zweite Sensation ist die Portaltür, die das auf der IAA präsentierte Konzeptfahrzeug öffnet. Sie wird nach Informationen dieser Zeitung schon in zwei Jahren in Serie gehen. Der Microvan Meriva soll in der nächsten Generation damit ausgestattet werden. Man müsse verstärkt an die älteren Menschen denken, und diese Form der Türanordnung erleichtere den Einstieg – vor allem auf die hinteren Plätze, heißt es bei Opel. Aber auch die Unterbringung von Kindern in Kindersitzen oder das Verstauen von Einkäufen soll durch die gegenläufig öffnenden Türen erleichtert werden. Zudem erfordere dieses Konzept weniger seitlichen Parkraum. Eine ähnliche Lösung, allerdings mit einer kleineren hinteren Tür nur auf der rechten Seite, zeigt Mini auf der IAA am neuen Modell Clubman und wird dafür von Fachleuten hoch gelobt.

Die neue Denkrichtung wird vermutlich auch bei einem weiteren Modell zu Veränderungen führen. Der Minivan Zafira werde in seiner nächsten Generation hinten Schiebetüren erhalten, verlautet weiter. Das soll die Nutzbarkeit des Fahrzeugs verbessern.

Keine Gefahr für deutsche Arbeiter: Produktion in Russland

Unterdessen teilte Opel am Dienstag mit, dass die Marke künftig Autos in Russland produzieren will. „Die volle Produktion könnte in ein bis eineinhalb Jahren beginnen“, kündigte Forster an. Standorte könnten bestehende GM-Werke in St. Petersburg oder Kaliningrad sein. Die Marke habe im Wachstumsmarkt Russland gute Perspektiven, und die Margen seien dort besser als in Westeuropa. In diesem Jahr verkauft Opel in Russland 70.000 Autos, im kommenden Jahr sollen es 90.000 sein (F.A.Z. vom 11. September). Für Opel-Werke und Arbeitsplätze in Deutschland bedeute das Engagement in Russland keine Gefahr, wird versichert.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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