16.09.2007 · Die Wünsche der Menschen konzentrieren sich (noch?) nicht auf das Weltauto. Trotzdem gibt es Vorstellungen, wie es aussehen könnte. Billig darf es nicht sein, klassische Formen soll es haben. Und futuristische Spielereien sind überflüssig, weiß man aus China.
Von Wolfgang PetersKann es sein, dass sich die Werte des wünschenswerten Automobils wandeln? Kann es sein, dass neue Forderungen aus dem Zeitgespräch der Gesellschaft heraus künftig den Inhalt des Autos definieren? Und wenn das so ist, wie wird das Auto der Zukunft aussehen?
Allerdings muss man dabei auch bedenken: Der deutsche Automarkt mag der Technik-Fokus sein, aber seine Ansprüche folgen nicht allen Vorgaben einer global gesuchten Kundschaft. Dabei haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren die Forderungen aus unterschiedlichen Regionen der Welt nicht angenähert, sondern weiter voneinander entfernt.
Während in den Vereinigten Staaten die Vorbehalte gegenüber dem Dieselmotor im Personenwagen allmählich geringer zu werden scheinen, ist eine solche Entwicklung in Japan (trotz gewisser Verkaufserfolge) längst noch nicht auszumachen. Das Diesel-Image ist hier festgeklopft in der Welt der Trucker und der Arbeitsmaschinen.
Praktisch und prestigefördernd
Aus allen Ländern, die erst noch einer dichteren, privat dominierten Motorisierung entgegenstreben, wird ein Wirrwarr aus unterschiedlichsten Forderungen und Vorstellungen gemeldet, die sich zum Teil an sehr pragmatischen Vorgaben orientieren oder einfach dem Vorbild westlicher Gesellschaften nacheifern mögen.
Das Auto erfüllt mit seinem Wesen aus praktischen Eigenschaften und prestigefördernden Eigenheiten fast alles - und gleichzeitig zu wenig, um es wirklich universal einsetzen zu können. Deshalb wird es auch ein früher gepriesenes „Weltauto“ nicht geben. Höchstens Komponenten wird man tauschen oder mit Kooperationen gegen die Kostenexplosionen vorgehen können.
Billige und futuristische Karossen gleichermaßen abgelehnt
Das sogenannte Einfachauto gehört ebenfalls seit Jahren zu den Lieblingsideen sendungsbewusster Autofreunde und -kritiker. Wir dürfen einräumen, auch daran zu glauben, sehen aber gleichzeitig, dass die Wirklichkeit der menschlichen Wünsche einen erfolgreichen Auftritt verhindert: So haben nicht wenige Konzerne mit großen Hoffnungen auf den chinesischen Markt geblickt, um dort mit umweltverträglichen Einfachautos zu reüssieren.
Daraus ist nichts geworden. Die Erfahrungen zeigten, dass Billigware dort überhaupt nicht geschätzt wird, dass futuristische Designlösungen keinen Anklang finden und dass man sich am liebsten mit klassischen Limousinen, deren Innenräume aus Leder und Holz bestehen, motorisieren will. Allerdings bricht China (das hier nur als Beispiel für andere Märkte dient) erst noch auf in seine Ära der Motorisierung.
Das Auto ist im permanenten Wandel
Vielleicht sehen neue Kundenkreise, die heute noch nicht über ein Auto nachdenken können (aber davon träumen), doch andere Konzepte für ihre Zukunft auf vier Rädern.
Darum hat sich unser Zeichner Hans-Ulrich von Mende bemüht, der bewusst auf schlichte Linien, pragmatische Formen und einen einfachen Zusammenbau durch einfaches Design setzte. Das Auto ist im permanenten Wandel. Das gilt auch für seine Werte.
Weltauto
W. Tellenbach (maxitelli1)
- 18.09.2007, 12:00 Uhr