12.09.2007 · Mit sparsamen Autos hat Volkswagen so seine Erfahrungen. Der Lupo galt als „Müsli-Auto“ - und war entsprechend erfolglos. Ohne Emotion lässt sich ein Auto eben nicht verkaufen. In Wolfsburg ist man sich dessen inzwischen bewusst. Von Holger Appel.
Von Holger AppelMit sparsamen Autos hat Volkswagen so seine Erfahrungen. Einst brachten die Wolfsburger den Kleinwagen Lupo mit einem Verbrauch von 3 Litern auf 100 Kilometer auf den Markt. Das ist, um die Worte des Präsidenten des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann, zu bemühen, ein „Müsli-Auto“ gewesen - und entsprechend erfolglos.
Trotz allen Lamentierens und diverser Fensterreden über supersparsame und kaum noch die Umwelt belastende Fahrzeuge wollen die meisten Menschen bis heute eben kein Auto, das besonders wenig verbraucht, dafür aber todlangweilig daherkommt, eine lahme Ente ist und womöglich in der Sicherheit nicht den höchsten Stand bietet.
Emotion muss sein
Mal ehrlich: Ohne Emotion lässt sich ein Auto nicht verkaufen, und leben können die deutsche Industrie und mit ihr ihre vielen hunderttausend Arbeitsplätze vor allem von technisch anspruchsvollen Produkten mit einem Schuss Sexappeal. Die Herausforderung ist also, wenig Verbrauch und geringe Schadstoffemission mit Fahrfreude und Raffinesse zu verbinden.
In Wolfsburg, da darf man angesichts der Herren Winterkorn und Piëch gewiss sein, ist man sich dessen inzwischen bewusst. Wenn VW also nun das 1-Liter-Auto vorantreibt, ist das ein ebenso ernstzunehmendes wie gutes Zeichen - jedenfalls, wenn man nicht von der Konkurrenz ist.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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