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Zwölf statt neun Planeten Zuwachs im Sonnensystem

16.08.2006 ·  Ein Komitee der für die offizielle Benennung von Himmelskörpern zuständige Internationalen Astronomischen Union (IAU) hat eine neue Definition des Begriffs „Planet“ vorgeschlagen. Demnach besitzt unser Sonnensystem nicht neun sondern zwölf Planeten.

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Das Sonnensystem bekommt voraussichtlich drei neue Planeten. Durch die erste wissenschaftliche Definition des Begriffs Planet erhöhe sich die Zahl der Planeten in unserem System von neun auf mindestens zwölf, berichtete die Internationale Astronomische Union (IAU) am Mittwoch anläßlich ihrer Vollversammlung in Prag. Die IAU-Vollversammlung, die noch bis Freitag nächster Woche tagt, muß den Beschluß allerdings noch annehmen. Lexika und Lehrbücher müßten dann umgeschrieben werden.

Die möglichen zusätzlichen Planeten sind keine neu entdeckten Himmelskörper, sondern die bekannten Objekte Ceres, Charon und der noch namenlose 2003 UB313, der von seinen Entdeckern den inoffiziellen Namen Xena erhalten hatte. Darüber hinaus könnten zahlreiche weitere Kandidaten nach der neuen Definition möglicherweise zu Planeten erklärt werden. Bisher galt dieser Begriff nur für die acht klassischen Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun sowie Pluto.

Erste wissenschaftliche Definition

Der bekannteste Streitfall ist Pluto. Dieser wird seit Jahrzehnten als neunter Planet geführt. Pluto umkreist zwar die Sonne, ist aber kleiner als der Mond der Erde. Als im vergangenen Jahr ein größeres Objekt entdeckt wurde, das noch weiter entfernt um die Sonne kreist, entbrannte erneut der Streit um Plutos Planetenstatus.

Eine Arbeitsgruppe der IAU hatte in den vergangenen beiden Jahren die erste Definition eines Planeten nach rein wissenschaftlichen Kriterien erarbeitet. Ein Planet ist demnach ein Himmelskörper, der um eine Sonne kreist und kein Mond ist, und der von seiner eigenen Schwerkraft zu einer kugelähnlichen Gestalt zusammengepreßt wird. Die Definition war durch die steigende Zahl von Entdeckungen kleinerer Himmelskörper im äußeren Sonnensystem nötig geworden, die von der modernen Beobachtungstechnik ermöglicht wird.

Monde steigen nicht zu Planeten auf

Der sonnennächste dieser neuen Planeten ist Ceres, der größte Vertreter des zwischen Mars und Jupiter gelegenen Asteroidengürtels. Er wurde bereits im Jahr 1801 entdeckt und galt bisher als Planetoid oder Asteroid. Da er deutlich kleiner ist als die acht klassischen Planeten, schlägt die IAU vor, ihn zur Abgrenzung als Zwergplanet zu bezeichnen. Die anderen beiden Kandidaten, Charon und Xena, befinden sich genau wie Pluto jenseits des Neptuns. Sie bilden zusammen eine neue Planetenklasse, die sogenannten Plutons, deren Umlaufbahnen um die Sonne nicht wie die der anderen Planeten in einer Ebene liegen, sondern deutlich dagegen geneigt sind. Charon, der bislang als Plutomond galt, bildet dabei zusammen mit Pluto ein Doppelplanetensystem.

Andere große Monde wie Europa, Titan oder der Erdmond werden dagegen auch in Zukunft nicht als Planeten bezeichnet, da der Massenschwerpunkt, um den sie sich bewegen, innerhalb ihrer Mutterplaneten liegt, während er sich bei Pluto und Charon zwischen den beiden Himmelskörpern befindet. Ob die neue Definition tatsächlich verbindlich wird, werden die Mitglieder der IAU in einer gemeinsamen Abstimmung am 24. August beschließen. Zuvor solle der Definitionsentwurf noch ausführlich diskutiert und bei Bedarf überarbeitet werden, berichtet die Vereinigung.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/ddp/AP
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