26.04.2006 · Die Gießener Universität hat die für Mittwoch geplante Aussaat von genmanipulierter Gerste aus formalen Gründen verschoben. Samen für etwa 5000 genmanipulierte Pflanzen sollen auf dem Versuchsgelände in der Stadt ausgebracht werden.
Die Gießener Universität hat die für Mittwoch geplante Aussaat von genmanipulierter Gerste auf Samstag verschoben. Die 9,6 Quadratmeter große Anbaufläche auf dem Versuchsgelände in der Stadt sei versehentlich erst am Dienstag in dem Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingetragen worden, erläuterte dies Prof. Karl-Heinz Kogel von der Hochschule.
Die Wartefrist von drei Tagen müsse jetzt eingehalten werden. Dabei handelt es sich nach Angaben der Hochschule um das erste Projekt in Deutschland, bei dem genmanipulierte Gerste außerhalb eines Labors gesät wird.
Projekt heißt „Biosafety“
Samen für etwa 5000 genmanipulierte Pflanzen sollen auf dem Versuchsgelände in der Stadt ausgebracht werden. Die Gefahr, daß sich diese ausbreiteten, bestehe nicht. Proteste gegen die geplante Aussaat habe es aus der Bevölkerung bislang nicht gegeben.
Die Wissenschaftler wollen bei dem Forschungsprojekt herausfinden, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen schädliche Auswirkungen auf nützliche Bodenpilze haben. Das Projekt des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Universität Gießen heißt „Biosafety“ und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.
Zwei weitere Anbauflächen
Außer in Gießen sind in Hessen noch zwei andere Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen beim BVL angemeldet, und zwar in Weilmünster im Kreis Limburg und in Hammersbach im Main-Kinzig-Kreis. Dort soll jeweils genveränderter Mais angebaut werden. Dagegen protestieren Umweltschützer, Anwohner und Agrarverbände. Sie fürchten unkalkulierte Risiken.