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Vogelgrippe in Nürnberg Warnung vor Panikmache

25.06.2007 ·  Nach dem neuerlichen Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland werden zu den gefundenen Tierkadavern am Montag weitere Untersuchungsergebnisse erwartet. In Nürnberg waren am Wochenende 14 verendete Vögel mit dem Verdacht auf die Seuche gefunden worden.

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Erstmals seit über einem Jahr sind wieder Fälle von Vogelgrippe in Bayern aufgetreten. Der Ausbruch der Tierseuche in Nürnberg wurde am Sonntag vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems amtlich bestätigt. Bei sechs im Stadtgebiet tot aufgefundenen Wasservögeln - fünf Schwäne und eine Gans - sei die besonders aggressive, auch für den Menschen gefährliche Variante des H5N1-Virus festgestellt worden, teilte die Nürnberger Stadtverwaltung mit. Um die Fundorte am Wöhrder See und am Silbersee wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.

„Das Virus ist immer noch präsent“

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sagte dem „Münchner Merkur“, es gebe keinen Anlass zu Panik oder Hysterie. „Fest steht: Das Virus ist nicht verschwunden, sondern in der Umwelt immer noch präsent. Deshalb ist weiterhin Vorsicht geboten.“

Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) bezeichnete den Ausbruch der Vogelgrippe Ende Juni als ungewöhnlich, da keine Zugvögel unterwegs seien. Bei warmen Temperaturen könne das Virus nur eine Woche überleben, bei kühler Witterung dagegen vier Wochen, sagte er in Kronach. Für den Menschen bestehe derzeit keine Gefahr.

Das Virus könnte nach Einschätzung des Loeffler-Instituts aus der Tschechischen Republik eingeschleppt worden sein. Auf Grund der geographischen Nähe wäre eine solche Annahme möglich, sagte die Sprecherin des Bundesinstituts für Tiergesundheit, Elke Reinking. Im tschechischen Tisova sei die Vogelgrippe vor wenigen Tagen auf einer Truthahnfarm nachgewiesen worden. Das Virus könnte aber ebenso noch im deutschen Wildvogelbestand vorhanden gewesen sein.

Sperrbezirk soll Übertragung verhindern

Am Wochenende wurde zudem ein weiterer toter Schwan am Wöhrder See gefunden und zur Untersuchung nach Erlangen gebracht, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. An den beiden betroffenen Seen im Stadtgebiet wurden Warnschilder angebracht. Die Umgebung wurde auch am Sonntag auf verendete Wildvögel hin untersucht.

In dem Sperrbezirk gelten 21 Tage lang in einem Radius von vier Kilometern um die Fundorte besondere Vorschriften für Geflügelhalter. So müssen sie ihr Geflügel ab sofort in geschlossenen Ställen halten. Es sind Desinfektionswannen aufzustellen, und es dürfen keine Fremden in die Ställe geführt werden. Hunde und Katzen dürfen im Sperrbezirk nicht frei umherlaufen. Dies geschehe vorsorglich, um eine Übertragung des Erregers auf Nutzgeflügel zu verhindern, sagte der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Hubertus Nerlich.

„Mäßiges Risiko“

Sollte es bei den Einzelfällen in Mittelfranken bleiben, gibt es aus Sicht des Loeffler-Instituts zunächst keine Notwendigkeit, das Übertragungsrisiko in Deutschland wieder hoch zustufen, sagte Elke Reinking. Das Institut hatte das Risiko im Frühjahr auf „mäßig“ herabgestuft.

Die Bundesländer sollten nun ihre derzeit bestehenden Risikogebiete überprüfen, in denen wegen einer möglichen Einschleppung des Virus in Geflügelbestände keine Freilandhaltung erlaubt ist, riet das Institut. Dessen Präsident, Professor Thomas Mettenleiter, warnte vor Panikmache. Die Vogelgrippe sei in erster Linie eine Geflügelpest und könne nur bei engem Kontakt zu infizierten Tieren in seltenen Fällen auf den Menschen überspringen.

Vogelgrippe - Geflügelpest - Hühnerinfluenza

Die Tierseuche hat viele Namen: Vogelgrippe, Geflügelpest, Hühnerinfluenza. Der historisch entstandene Begriff Geflügelpest unterstreicht die Schwere der Krankheit - „Pest“ steht umgangssprachlich für einen Seuchenzug mit zahlreichen Todesfällen, unabhängig vom Erreger. Da die Erreger der Klassischen Geflügelpest Grippeviren sind, haben sich die Tiermediziner international auf die Bezeichnung Aviäre Influenza geeinigt, übersetzt „Vogelgrippe“ (englisch „bird flu“). Je nach betroffener Geflügelart wird auch von beispielsweise Hühner-, Gänse- oder Enteninfluenza gesprochen.

Bei der Aviären Influenza unterscheiden die Fachleute schwach-, mittel- und hochpathogene (krankmachende) Erreger. Seuchenzüge hochpathogener Erreger wie des Vogelgrippevirus H5N1 werden im deutschen Sprachraum häufig auch weiterhin als Klassische Geflügelpest bezeichnet. Das Virus H5N1 ist auch für den Menschen gefährlich.

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