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Sequenzierung Genom der Hauskatze entschlüsselt

31.10.2007 ·  Amerikanische Forscher haben mehr als 20.000 Katzengene identifiziert und damit das Genom der Hauskatze vollkommen entschlüsselt. Die Erkenntnisse könnten auch im Kampf gegen Erbkrankheiten beim Menschen hilfreich sein.

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Das Erbgut der Hauskatze ist entziffert. In einem dreijährigen, institutsübergreifenden Projekt haben amerikanische Forscher 20.285 mutmaßliche Katzengene identifiziert. Sie erhoffen sich davon besonders Fortschritte im Kampf gegen Tierkrankheiten.

Allerdings könnten Katzen auch als hervorragendes Modell für menschliche Leiden dienen, einschließlich Infektionskrankheiten wie Aids, betonen die Genforscher im Wissenschaftsjournal „Genome Research“ (Bd. 17, S. 1675). Allein in den Vereinigten Staaten gibt es 90 Millionen Hauskatzen, in Deutschland etwa 7,5 Millionen.

Ähnliche Erbkrankheiten wie beim Menschen

Die entzifferte Erbgutsequenz stammt von einer vier Jahre alten Abessinier-Katze mit Namen Cinnamon („Zimt“), deren gut dokumentierter Stammbaum mehrere Generationen zurück bis nach Schweden reicht. Die Forscher um Joan U. Pontius vom amerikanischen Krebsinstitut in Frederick, Bundesstaat Maryland, konnten für die Sequenzierung auch auf Vergleiche mit schon entzifferten Säugetiergenomen - etwa von Hund, Kuh und Maus - sowie auf frühere Untersuchungen von Katzengenen zurückgreifen.

Bei Hauskatzen (Felis catus) kommen mehr als 250 Erbkrankheiten vor, von denen viele in ähnlicher Weise auch beim Menschen auftreten. So findet sich etwa in Cinnamons Stammbaum eine genetische Veranlagung für die erbliche Augenkrankheit Retinitis pigmentosa, eine Netzhautdegeneration, die zu Blindheit führen kann, berichten die Forscher. Weltweit leiden nach Angaben des Selbsthilfeverbands Pro Retina etwa drei Millionen Menschen an einer der verschiedenen Formen der Retinitis pigmentosa, in Deutschland etwa 30.000 bis 40.000. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler aus Frederick anhand der Katzen-DNA mehrere hunderttausend Genvarianten, die zur Analyse von Erbkrankheiten genutzt werden können.

Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI: 10.1101/gr.6380007

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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