30.05.2006 · Die Technische Universität hat ihre Roboter-Fußballer präsentiert - die „Darmstadt Dribbling Dackels“. Das Team nimmt am Robocup, der Fußballweltmeisterschaft für Roboter in Bremen teil, um ihren Titel zu verteidigen.
Als der Roboter aufs Tor schießt, geht ein Raunen durchs Publikum. In der Darmstädter Centralstation herrscht eine Atmosphäre fast wie im Fußballstadion. Anlaß: Die Technische Universität präsentiert ihre Roboter-Kicker - die „Darmstadt Dribbling Dackels“, deren Aussehen tatsächlich an junge Hunde erinnert. Das Team nimmt am Robocup, der Fußballweltmeisterschaft für Roboter, im Juni in Bremen teil. Die Darmstädter wollen dort ihren im Vorjahr errungenen Titel verteidigen.
Bei dem Robocup geht es nicht nur um Tore und feiernde Fans. Die Kenntnisse, die Wissenschaftler seit 1997 durch die kickenden Maschinen gewinnen, führen fortwährend zu einer Verbesserung der Robotertechnik. Das Ziel ist extrem ehrgeizig: „Ziel des Robocups ist, im Jahr 2050 den menschlichen Fußballweltmeister zu besiegen“, sagt Professor Oskar von Styrk, der mit seinen Darmstädter Studenten für Deutschland antritt.
„Bruno“, der neue Stürmerstar
Jeweils vier Roboter spielen auf einem fünf Quadratmeter großen Spielfeld für zweimal zehn Minuten gegeneinander. In dieser Zeit agieren die Maschinen völlig autonom - ohne jede Steuerung von außen. Die androiden Fußballer müssen Spielfeld, Ball und Gegner eigenständig erkennen und Entscheidungen treffen. Eine im Kopf eingebaute Kamera liefert 25 Bilder pro Sekunde, zwölf Gelenke in den Beinen ermöglichen es, diese Informationen in Bewegungen umzusetzen. Noch sehen ihre Bewegungen aber hölzern aus. Die Roboter treten den Ball nicht mit dem Fuß, sie schießen mit Brust und Kopf.
Daß die „Dribbling Dackels“ das schon sehr gekonnt tun, davon dürfen sich vier Darmstädter in der Centralstation überzeugen. Sie steuern mit Joysticks die gegnerische Robotermannschaft. Sie verlieren 1:5.
Nach der ungleichen Partie stellt die TU einen Neuzugang für ihr Team zweibeiniger Androiden vor. Er soll der neue Stürmerstar werden, ist einen halben Meter groß und heißt „Bruno“ - nach dem Trainer des heimischen Regionalligisten und früheren Spitzenkicker Bruno Labbadia. 30 Meter weit rennt die Maschine pro Minute - weltweit kann kein Artgenosse mithalten. Aber den Beweis seiner Klasse bleibt er schuldig. Ein Torschuß gelingt erst nach Minuten. Die Unterschiede zwischen Menschen und Robotern sind eben doch noch immens. Nur die Weisheiten sind schon die gleichen, wie Styrk sagt: „Die Wahrheit liegt immer auf dem Platz.“