20.09.2005 · Im Jahr 2018 sollen nach langer Pause wieder Menschen den Mond betreten. Einen Monat lang sollen sich Astronauten auf dem Erdtrabanten aufhalten. Der Flug soll der Vorbereitung einer bemannten Mission zum Mars dienen.
Knapp ein halbes Jahrhundert nach der ersten Mondlandung will die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa wieder Astronauten auf den Mond schicken. Entsprechende Pläne will Nasa-Direktor Michael Griffin an diesem Montag in Washington vorstellen. Den Plänen zufolge soll im Jahr 2018 eine vierköpfige Crew eine Woche lang auf dem Erdtrabanten bleiben.
Nach bisher vorliegenden Informationen will die Nasa für die Entwicklung einer neuen Raumfähre und der Raketentriebwerke in den kommenden zwölf Jahren rund 100 Milliarden Dollar (82 Milliarden Euro) ausgeben. Die Behörde folgt damit einer Vorgabe des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der im Januar vergangenen Jahres eine Rückkehr zum Mond bis zum Jahr 2020 angekündigt hatte. Vom dort aus sollen später bemannte Raumschiffe zum Mars aufbrechen.
Raumgleiter muß noch entwickelt werden
Der Landeapparat und das Rückkehrmodul sollen mit einer Schwerlastrakete ins All gebracht werden. Wenn Landeapparat und Rückkehrmodul sicher im Orbit angekommen sind, könnte der neue Raumgleiter Crew Exploration Vehicle (CEV) mit den Astronauten an Bord starten. Dieses CEV müsse jedoch noch entwickelt werden - ebenso wie die dafür erforderlichen Raketenstufen.
Die erste Stufe soll aus vier Feststofftriebwerken bestehen, die zweite aus einem Space-Shuttle-Antrieb. Im All sollen CEV, Landeapparat und Rückkehrmodul dann zusammengekoppelt werden - und die Reise zum Mond kann beginnen. Eine Landung sei auf der gesamten Mondoberfläche denkbar, hieß es.
Die Nasa will mit der Rückkehr zum Mond zeigen, daß es möglich ist, die dort vorhandenen Ressourcen für einen längeren Aufenthalt fern der Erde zu nutzen. Dies sei von entscheidender Bedeutung für spätere Flüge zum Mars, die wegen der Entfernung mindestens 500 Tage im All erfordern würden. Der Mond ist nur rund 385.o00 Kilometer von der Erde entfernt und bietet wertvolle Rohstoffe wie Helium-3.
Esa plant ebenfalls bemannte Missionen
Auch die europäische Raumfahrtorganisation Esa plant bemannte Flüge ins All. Schritt für Schritt wollen sich die Europäer dabei in ihrem Aurora-Programm dem Mond und dem Mars nähern - mit einem ersten bemannten Flug zu dem Erdtrabanten im Jahr 2024. Sechs bis neun Jahre später könnten dann erstmals Raumfahrer auf dem Mars stehen.
Die Entwicklung des Shuttle-Nachfolgers CEV soll laut Nasa 5,5 Milliarden Dollar kosten, für die Startrakete werden 4,5 Milliarden Dollar veranschlagt. Die Schwerlastrakete, die bis zu 125 Tonnen transportieren soll, könnte zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar kosten. Die CEV-Raumschiffe sollen Platz für bis zu sechs Astronauten bieten und könnten auch als unbemannte Transporter dienen.
Die Esa und die russische Raumfahrtagentur Rosawiakosmos hatten bereits vor einem Jahr die Bush-Pläne begrüßt und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit angekündigt. Rosawiakosmos werde in ihr Programm bis 2015 voraussichtlich wieder Projekte zur Erforschung von Mond und Mars aufnehmen, hatte der stellvertretende Chef Nikolai Moissejew gesagt. Beide betonten die Vorzüge internationaler Kooperation dabei.
Harrison Schmitt, Pilot von Apollo 17, war am 12. Dezember 1972 der bislang letzte Mensch, der seinen Fuß auf den Mond gesetzt hatte. Als erster Mensch betrat der Amerikaner Neil Armstrong am 21. Juli 1969 die Mondoberfläche. Das Mitglied der dreiköpfigen Apollo-11-Besatzung sprach die berühmt gewordenen Worte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“.