12.11.2007 · Der schnellste zivil genutzte Supercomputer steht in der rheinischen Provinz: „Jugene“ vom Forschungszentrum Jülich bei Aachen wird nur von einem Militärcomputer in den Vereinigten Staaten übertroffen.
Im Forschungszentrum Jülich steht mit „Jugene“ (für Juelich Blue Gene) der schnellste zivil genutzte Rechner der Welt. Nach einer am Montag im amerikanischen Reno bekannt gegebenen Liste belegt „Jugene“ in einer Weltrangliste den zweiten Platz. Noch schneller ist nur der Militärcomputer Blue Gene/L im Lawrence Livermore Institut in den Vereinigten Staaten. In Jülich rechnen mehr als 65.000 Prozessoren, die über ein extrem leistungsfähiges Kommunikationsnetz verbunden sind. Eine erste Geschwindigkeitsmessung nach dem Aufbau ergab den Angaben zufolge eine Rechenleistung von rund 167 Teraflop. Das sind 167 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde.
Der Leiter des Jülicher Supercomputer-Zentrums, Professor Thomas Lippert, erläutert, dass die Spitzenrechner für die Wissenschaft unverzichtbar geworden sind.
Was machen Forscher mit dem Supercomputer?
Mit dem schnellen Rechner sind Forscher in der Zukunft in der Lage, ganz schwierige Probleme im Bereich der Materialwissenschaften, der Biologie, der Plasmawissenschaften anzugehen. Zum Beispiel können Sie die Funktion einer Zelle simulieren.
Warum muss der Rechner dafür so schnell sein?
Der Rechner muss immer schneller werden, weil die Problemstellungen sehr kompliziert und komplex sind. Nur wenn man Millionen und Milliarden Rechnungen pro Sekunde ausführt, kann man auch die Komplexität der Probleme in den Griff bekommen. Eine Berechnung auf kleineren Systemen - nehmen wir mal einen PC - benötigte tausende von Jahren. Mit unserer neuen Maschine können wir das in einer Zeit machen, die es uns erlaubt, einen Fortschritt in der Wissenschaft zu erzielen.
Stoßen Wissenschaftler mit dem Supercomputer in neue Dimensionen vor?
Ja. Nehmen wir zum Beispiel die vorher genannte Simulation einer Zelle. Die Simulation einer kompletten Zelle mit ihrer Funktion ist heute noch nicht möglich. Erst mit Rechnern dieser Größenordnung kann man es wagen, in die Komplexität dieses Vorhabens vorzustoßen. Der Nutzen wäre, dass man eine der wesentlichen Grundlagen des Lebens versteht. Das hat natürlich Auswirkungen auf unser gesamtes Wissen im Bereich der Medizin, im Bereich der Biologie, der Pharmazie. Ein anderes Beispiel der Simulation ist die Kenntnis von magnetischen Materialien, die man braucht, um neue Speichermedien zu schaffen, Speichermedien wie wir sie in Festplatten haben. Auf dem Gebiet hatte Professor Peter Grünberg in Jülich den Nobelpreis erhalten (siehe: Physik-Nobelpreis für deutschen Forscher). Um weitere Fortschritte zu machen, braucht man die Simulation und die großen Rechner.
Keine Japaner ?
Knut Carsten Peters (kcp)
- 14.11.2007, 12:12 Uhr
Deutscher Computer?
Franz Müller (Franzy)
- 17.11.2007, 15:34 Uhr