19.08.2004 · Berggorillas sind vom Aussterben bedroht, in Tierparks können die freiheitsliebenden Tiere kaum überleben. Umso mehr freuen sich Forscher über eine seltene Zwillingsgeburt in freier Wildbahn.
Tierschützer in Ruanda feiern ein seltenes Ereignis: In den Bergen des Volcanoes-Nationalparks wurde ein Zwillingspaar der seltenen Berggorillas geboren. Sie sind erst die dritten Berggorilla-Zwillinge, die jemals registriert wurden.
Die Geburt der beiden, die bereits im Mai zur Welt kamen, sei ein außergewöhnliches Ereignis, betont Fidelle Ruzigandekwa, Leiterin der Naturschutzbehörde in Ruanda: „Das ist wie ein Wunder, weil die Primaten vom Aussterben bedroht sind.“
Sorge ums Überleben
Tierschützer betrachten die Kleinen dennoch mit Sorge. Die ersten Gorilla-Zwillinge starben 1986 bereits nach neun Tagen, bei der zweiten Zwillingsgeburt 1991 überlebte eines der Tiere nur vier Wochen. Das zweite wurde vor zwei Jahren schließlich von Wilderern getötet.
Je „älter, schwerer, stärker und aktiver“ die Gorillas werden, desto schwieriger werde es für die zwölf Jahre alte Mutter „Nyabitondore“, sich um die Kleinen zu kümmern, erklärt Ruzigandekwa. Erwachsene Tiere brauchen täglich bis zu 30 Kilogramm Futter.
Berggorillas leben ausschließlich in den Bergen Zentralafrikas zwischen Ruanda, dem Kongo und Uganda. Ihre Population ist nach letzten Zählungen auf 380 Tiere gestiegen, das sind 17 Prozent mehr als noch vor 15 Jahren. Seit Mitte vergangenen Jahres kamen insgesamt 16 Gorilla-Babys zur Welt. Dennoch sind die Tiere vom Aussterben bedroht. In der Gefangenschaft eines Zoos leben sie bisher nirgendwo.