30.10.2007 · Sehnsüchtig warten die europäischen Raumfahrer darauf, dass ihr Forschungslabor „Columbus“ endlich an die Internationale Raumstation angedockt werden kann. Ein Riss in einem Sonnensegel stellt nun die Stromversorgung des Moduls in Frage.
Die Astronauten der amerikanischen Raumfähre „Discovery“ haben beim Ausbau der Internationalen Raumstation ISS am Dienstag einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Anders als geplant entfaltete sich ein Teil des Sonnensegels nicht vollständig, wie auf Bildern aus dem All zu sehen war. Stattdessen zeigte sich in einer der insgesamt 31 Solar-Einheiten ein Riss.
Die Astronauten mussten ihre Arbeit stoppen. Zuvor hatten sie einen 18 Tonnen schweren Träger für die Solarzellen an die ISS montiert. Nichts hatte darauf hingedeutet, dass das Sonnensegel beschädigt sein könnte.
„Columbus“-Start in Gefahr?
„Es sieht so aus, als ob der Schaden ganz plötzlich eingetreten ist“, sagte „Discovery“-Kommandantin Pamela Melroy. Die Astronauten, die die Montagearbeiten ausführten, waren offenbar von der Sonne geblendet, so dass sie den Schaden nicht sofort bemerken konnten.
Hätte sich das 73 Meter lange Sonnensegel in dem Träger wie vorgesehen beidseitig entfaltet, wäre damit nach angaben der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa die Stromversorgung des geplanten europäischen Labormoduls „Columbus“ gesichert gewesen. Das Modul soll im Dezember zur ISS gebracht werden. Wie es nun weitergehen soll, steht noch nicht fest.
Defekt an weiterem Sonnensegel
Schon jetzt scheint aber klar, dass die Mission der Raumfähre um mindestens einen Tag verlängert wird. Der Nasa bereitet schon ein Defekt am Drehgelenk eines weiteren Sonnensegels der Station Kopfzerbrechen. Dort hatten sich störende Metallpartikel gefunden, deren Herkunft noch unklar ist. Um die auftretenden Vibrationen und Reibungen dort zu beseitigen, wurde der Besuch der „Discovery“ verlängert. Die Mission war zuvor mit 14 Tagen angesetzt worden, die Rückkehr war für den 6. November vorgesehen.