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Evolutionsbiologie Ernst Mayr gestorben

04.02.2005 ·  Er galt als der „Darwin des 20. Jahrhunderts“: Ernst Mayr, der vielleicht bedeutendste Evolutionsbiologe überhaupt, ist im Alter von 100 Jahren gestorben.

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Der wohl bedeutendste Evolutionsbiologe deutscher Herkunft, Ernst Mayr, ist im Alter von 100 Jahren in Bedford im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts gestorben. Das teilte die Harvard Universität in Cambridge am Freitag mit.

Mayr wurde am 5. Juli 1904 in Kempten im Allgäu geboren, nahm aber Anfang der dreißiger Jahre die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er arbeitete unter anderem am Museum für Naturkunde in Berlin. 1931 wurde er mit der Ordnung einer vogelkundlichen Abteilung am American Museum of Natural History in New York beauftragt, 1953 ging er an die Harvard Universität, wo er bis zu seiner Emeritierung 1975 als Professor lehrte und forschte.

Einer der wichtigsten Forscher überhaupt

Mayr, in der Fachwelt als der „Darwin des 20. Jahrhunderts“ verehrt, vereinbarte zwei zuvor als gegensätzlich angesehene Konzepte der Biologie - nämlich Charles Darwins Evolutionstheorie durch natürliche Auslese und die auf Gregor Mendel zurückgehende Genetik. Seine wissenschaftliche Arbeit machte ihn zu einem der bedeutendsten Evolutionsbiologen überhaupt. Für viele gehört er zu den 100 wichtigsten Wissenschaftlern unserer Zeit.

Dabei wollte Mayr zunächst Mediziner werden und begann ein Studium in Greifswald. Doch: „Weit entfernte Orte begeisterten mich“, verriet er dem Harvard Alumni Bulletin im Jahr 1961, „und ich sagte mir, daß ich als Arzt nur eine geringe Chance haben würde zu reisen.“ Als Biologe bereiste er dagegen den Globus. Vor allem bei Aufenthalten auf Neuguinea und den Solomon Inseln ab den späten zwanziger Jahren konnte er belegen, was Darwin nicht gelungen war: daß neue Arten aus isoliert lebenden Populationen entstehen können. Seine Entdeckungen - 26 neue Vogelarten und 410 Subspezies - veröffentlicht er 1942 in seinem Hauptwerk „Systematics and the Origin of Species“.

„Was ist falsch am Darwinismus?“

Der Biologe, Vater zweier Töchter, sei nach einer kurz andauernden Krankheit bereits am Donnerstag morgen gestorben, schreibt die Universität auf ihrer Internetseite unter Berufung auf seine Familie. In seinem Denken stellte Darwins Forschung stets den Ausgangspunkt dar. „Bitte sagen Sie mir, was am Darwinismus falsch ist. Ich kann nicht erkennen, was am Darwinismus falsch ist“, sagte er 1991 der Zeitung „Harvard Gazette“.

Quelle: @dho mit Material von dpa
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