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Bhut Jolokia Die heißeste aller Chilis

02.11.2007 ·  Vergessen Sie Paprika. Das hier ist eine wirklich heiße Angelegenheit: Die besonders im indischen Bundesstaat Assam häufig angepflanzte Chilisorte Bhut Jolokia entthront die bislang schärfste Sorte Red Savina.

Von Reinhard Wandtner
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Die schärfste bekannte Chilisorte, Bhut Jolokia, scheint aus einer natürlichen Kreuzung hervorgegangen zu sein. Zu diesem Ergebnis sind Paul Bosland und Jit Baral von der New Mexico State University in Las Cruces bei molekulargenetischen Analysen gekommen. Die im indischen Bundesstaat Assam häufig angepflanzte Bhut Jolokia - dort sind auch noch andere Bezeichnungen geläufig - entspricht vom Erscheinungsbild her der in Südamerika heimischen Chilipflanze Capsicum chinense, wie die Forscher unlängst in der Zeitschrift „Hort Science“ (Bd. 42, S. 190) berichtet haben. Im Erbgut fanden sich aber außerdem Abschnitte von Desoxyribonukleinsäure, die offenbar von der nahe verwandten, ebenfalls aus Südamerika stammenden Art Capsicum frutescens stammen.

Den Geist aufgeben

Die Schärfe von Jolokia-Chilis ist am Institut in Las Cruces mehrmals untersucht worden. Als Maßstab diente dabei eine modifizierte Version der schon 1912 von dem Pharmazeuten Wilbur Scoville ersonnenen Skala. Sie gibt Auskunft über den Gehalt an Capsaicin, jener Substanz, die im Mund zu einer „heißen“ Empfindung führt. Paprika hat auf der Scoville-Scala den Wert Null. Als schärfste Chili galt lange Zeit die Sorte Red Savina mit rund einer halben Million Einheiten. Sie wurde aber inzwischen durch Bhut Jolokia entthront. Die mexikanischen Forscher haben für diese Sorte in mehreren Messungen bis zu einer Million Scoville-Einheiten ermittelt. Reinem Capsacin werden 16 Millionen Einheiten zugesprochen. Der Name Bhut Jolokia bedeutet Bosland zufolge so viel wie „Geisterchili“. Denn wenn man von dieser extrem scharfen Chili esse, gebe man gewissermaßen den Geist auf.

Quelle: F.A.Z., 31.10.2007, Nr. 253 / Seite N2
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