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Agrarwirtschaft Gießener Universität kündigt Aussaat genmanipulierter Gerste an

24.04.2006 ·  Die Justus-Liebig-Universität-Gießen will auf einem Versuchsgelände in der Stadt genmanipulierte Gerste anbauen. Es sei deutschlandweit das erste Mal, daß solche Pflanzen außerhalb eines Labors gesät würden.

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Die Justus-Liebig-Universität-Gießen will auf einem Versuchsgelände in der Stadt genmanipulierte Gerste anbauen. Es sei deutschlandweit das erste Mal, daß solche Pflanzen außerhalb eines Labors gesät würden, sagte Professor Karl-Heinz Kogel am Montag in Gießen. Auf zwölf Quadratmetern würden voraussichtlich am Mittwoch die Samen für etwa 5000 Pflanzen ausgebracht.

Die Gefahr einer Ausbreitung der genmanipulierten Pflanzen bestehe nicht. Das Projekt des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Universität Gießen heißt „Biosafety“, es wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gefördert.

„Ausbreitung ausgeschlossen“

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen schädliche Auswirkungen auf nützliche Bodenpilze haben. Gepflanzt werden sollen zwei Gerstenlinien: Eine von ihnen enthält ein zusätzliches Gen, das die Pflanze widerstandsfähig gegen Krankheitserreger macht.

Die zweite Linie besitzt ein Enzym, mit dem die Gerste als Hühnerfutter verwendet werden kann. „Daß sich die Gerste ausbreitet oder über Tiere in die Nahrungskette gelangt, ist ausgeschlossen“, betonte Kogel. So könnten die Pollen dieser Pflanzen nicht fliegen, außerdem sei Gerste ein Selbstbestäuber und werde nur von den eigenen Pollen befruchtet.

„Weniger Dünger und Pestizide notwendig“

Die transgenen Pflanzen hätten den Vorteil, daß sie weniger gedüngt und mit weniger Pestiziden als herkömmliche Gerste behandelt werden müßten. Dies sei nicht nur positiv für die Umwelt, sondern bedeute auch weniger Arbeit für die Landwirte. „Ich denke, daß die Diskussionen beim Thema Gentechnik langsam rationaler werden“, meinte Kogel.

Außer in Gießen sind hessenweit zwei weitere Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen beim Bundesamt für Verbraucherschutz angemeldet, und zwar in Weilmünster und in Hammersbach. Dort soll jeweils genveränderter Mais angebaut werden. Dagegen protestieren Umweltschützer, Anwohner und Agrarverbände. Sie fürchten unkalkulierte Risiken.

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