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Nach der Flutkatastrophe Indonesien: Tsunami-Region bis 2009 wieder aufgebaut

25.03.2005 ·  An diesem Samstag endet offiziell die Nothilfe-Phase für das Tsunami-Gebiet. Die Vereinten Nationen sind zufrieden, daß weder Seuchen noch Hungersnöte ausgebrochen sind. Die Küste von Sumatra soll bis 2009 wieder aufgebaut sein.

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Drei Monate nach dem verheerenden Seebeben in Südostasien haben die Vereinten Nationen eine positive Bilanz der Hilfsmaßnahmen gezogen. Der befürchtete Ausbruch von Epidemien sei ausgeblieben, sagte der stellvertretende UN-Sondergesandte Erskine Bowles am Freitag. „Das war kein Glück. Es geschah, weil viele Menschen hart gearbeitet haben.“ Auch Hungersnöte seien verhindert worden, teilte das Welternährungsprogramm (WFP) mit. Die Bundesregierung würdigte die Hilfsbereitschaft der Deutschen für die Tsunami-Opfer. Bis Ende des Jahres 2009 will Indonesien seine durch die Katastrophe zerstörte Küstenregion wieder aufgebaut haben.

Die Kosten dafür werden sich schätzungsweise auf umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro belaufen, wie aus dem am Freitag in der Hauptstadt Jakarta veröffentlichten „Masterplan“ der Regierung hervorgeht. Das Papier legt die Rahmendaten für den Wiederaufbau an den besonders schwer getroffenen Küsten im Norden der Insel Sumatra fest und enthält grobe Richtlinien . Allerdings umfaßt der Plan nur den Wiederaufbau öffentlicher Einrichtungen. Privatleute soll finanziell geholfen werden: umgerechnet 2300 Euro für ein völlig zerstörtes Haus, 820 Euro für ein beschädigtes Gebäude.

Betroffene leisteten die meiste Arbeit

Die Spenden der Bundesbürger summieren sich auf rund 586 Millionen Euro. Das ergab eine Umfrage bei 21 Hilfsorganisationen und Initiativen. Im Schnitt spendete damit jeder Deutsche 7,15 Euro. Nach Angaben der Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Fluthilfe, Christina Rau, wollen mehr als 1.250 Kommunen, Vereine, Schulen, Universitäten, Unternehmen und Einzelpersonen eine Partnerschaft mit Einrichtungen im Katastrophengebiet eingehen. 381 Hilfsangebote seien bereits vermittelt worden.

Der UN-Sondergesandte Bowles stellte bei einem Besuch in der am schwersten getroffenen indonesischen Provinz Aceh die Leistungen der Betroffenen selbst in den Mittelpunkt. Die meiste Arbeit hätten die Menschen vor Ort geleistet, sagte er. Ihnen wollten die Vereinten Nationen weiter helfen. Geplant ist unter anderem der Bau von 1.000 Häusern in der indonesischen Ortschaft Kruengsabe. Nachdem das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR das Vorhaben wegen Unstimmigkeiten mit der indonesischen Regierung zurückgezogen hat, soll Bowles zufolge nun das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) einspringen.

Chance, Gemeinden von der Not zu befreien

Das Welternährungsprogramm erklärte, nachdem die Gefahr von Hungersnöten abgewendet sei, werde man sich auf die Bedürftigsten konzentrieren. Seit Ende Januar hat die Organisation 1,75 Millionen Menschen im Katastrophengebiet mit über 50.000 Tonnen Lebensmitteln versorgt. Künftig sollen vor allem kleine Kinder, Schwangere und stillende Mütter von der Hilfe profitieren. Zugleich will das WFP sich mit „Lebensmittel-für-Arbeit“-Programmen am Wiederaufbau beteiligen. Es bestehe jetzt die Chance, „einige Gemeinden aus dem Teufelskreis von Armut und Hunger zu befreien“, sagte der stellvertretende WFP-Direktor für Asien, Kenro Oshidari. Rund 277.000 Tsunami-Opfer sollen Lebensmittel dafür erhalten, daß sie beim Wiederaufbau mitarbeiten.

Bereits wieder aufgebaut wurde eine 272 Kilometer lange Straße zwischen Banda Aceh und Meulaboh, die der indonesische Heereschef General Endriartono Sutarto am Freitag eröffnete. Bislang konnten zahlreiche Orte entlang der Straße nur mit Hubschraubern versorgt werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, dpa
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