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Identifizierung der Opfer Anonymen Opfern ein Gesicht geben

29.12.2004 ·  In der tropischen Hitze Thailands liegen seit Tagen Leichen aufgebahrt, die keiner zu kennen scheint. Spezialisten des Bundeskriminalamats haben die schwere Aufgabe, die Unbekannten zu identifizieren.

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Spezialisten des Bundeskriminalamats (BKA) sollen beim Identifizieren der Leichen in Thailand helfen und auch deutsche Opfer finden. Die Arbeit, die ab Donnerstag auf sie zukommt, ist extrem belastend. Die in der Flutwelle ertrunkenen oder von Gebäudetrümmern erschlagenen Opfer liegen dann schon tagelang in der tropischen Hitze und beginnen zu verwesen.

Doch das Team der so genannten Identifizierungskommission (IDKO) wird aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung einem Großteil der deutschen Opfer einen Namen und eine Heimatadresse zuordnen können. Angehörige werden nicht befürchten müssen, daß tote Touristen anonym in Massengräbern beerdigt werden, versichert die deutsche Botschaft vor Ort.

Fingerabdrücke, Plomben, Haarproben

Die Spezialisten tragen zunächst jedes Detail zusammen, das später für die Identifizierung einer Leiche helfen könnte: Sie nehmen Fingerabdrücke, wenn das noch möglich ist. Sie registrieren besondere Merkmale wie etwa Tätowierungen oder Operationsnarben und listen gefundene Schmuck- und Kleidungsstücke auf.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Zähnen, die wegen der einzigartigen Kombination von Plomben, Kronen und Brücken oft zur Identifizierung eines Toten führen. Wenn es erforderlich ist, wird auch eine Haar- und Gewebeprobe zur Bestimmung des genetischen Fingerabdrucks genommen.

Großeinsatz beim Zugunglück in Eschede

Weil den toten Touristen ihre Herkunft nicht anzusehen ist, arbeiten die IDKO-Experten in Thailand mit Kollegen aus Holland, Frankreich und anderen Nationen zusammen. Alle vor Ort gewonnen Daten werden dann laut BKA in einem Pool zusammengeführt und mit den Angaben der Vermißtenanzeigen aus den verschiedenen Urlaubsnationen verglichen.

Die IDKO wurde 1972 gegründet, nachdem bei einem Flugzeugunglück auf Teneriffa 155 Menschen ums Leben gekommen waren; unter den Opfern waren vor allem deutsche Urlauber. Zur IDKO gehören 115 BKA-Spezialisten und 35 externe Rechtsmediziner, Zahnärzte und Obduktionsassistenten. Die IDKO genießt wegen ihrer Kompetenz international hohes Ansehen und wurde etwa 1991 von Österreich um Identifizierung von Opfern gebeten, nachdem ein Flugzeug der Lauda Air in einer unzugänglichen Bergregion Thailands abgestürzt war. Die IDKO war auch im Einsatz bei dem ICE-Unglück 1998 in Eschede und konnte damals alle Toten zweifelsfrei identifizieren. Dies gilt auch für die 71 Opfer der Flugkatastrophe über dem Bodensee im Juli 2002.

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