02.02.2005 · Der Spendenfluß nach der Flutkatastrophe läßt langsam nach. Während manche Organisationen bereits um nicht zweckgebundene Spenden bitten, gibt es beim Roten Kreuz weiterhin Sammelaktionen.
Nach der Flutkatastrophe in Asien sind allein in Deutschland weit mehr als 400 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. Das teilte eine Sprecherin des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) am Dienstag mit. Genaue neue Zahlen wird das Institut kommende Woche veröffentlichen.
Die "Aktion Deutschland Hilft" (ADH), ein Bündnis zehn mittelgroßer Spendenorganisationen, hat 108 Millionen Euro gesammelt. Es treffen zwar noch Spenden bei der ADH ein, aber die Zahlen gehen mittlerweile deutlich zurück. In dieser Woche nimmt ein neu geschaffenes Koordinationsbüro der ADH in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, seine Arbeit auf. Es soll die Kommunikation zwischen den Hilfsorganisationen erleichtern.
Weiterhin Sammelaktionen vom DRK
Der Eingang von Spenden gehe "ein bißchen zurück", sagte auch eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Einige Kreisverbände veranstalten aber nach wie vor Sammelaktionen für Asien. Bislang sind beim DRK 97,6 Millionen Euro für die Flutopfer zusammengekommen, das sind 23 Millionen mehr als vor drei Wochen.
"Das hört jetzt auf", berichtete auch ein Sprecher von Caritas International. Die katholische Hilfsorganisation hat 43 Millionen Euro gesammelt, vor drei Wochen waren es 27 Millionen. In der Zwischenzeit sind vor allem Spendengelder bei der Zentrale angekommen, die lokale Caritas-Organisationen gesammelt hatten. Wer bei Caritas International für Flutopfer spenden oder eine Patenschaft in Südasien übernehmen will, bekommt dort inzwischen die Empfehlung, Geld oder Tatkraft lieber in andere Regionen zu investieren.
Bitte um Spende für andere Hilfsprojekte
Auch die Diakonie Katastrophenhilfe, die bisher gut 30 Millionen Euro gesammelt hat, ruft seit Mitte Januar nicht mehr aktiv zu Spenden für Süd- und Südostasien auf. "Wir haben so viel für die Nothilfe und auch für den Wiederaufbau gesammelt, damit können wir gut leben", sagte eine Sprecherin. Wie "Ärzte ohne Grenzen" bitte die Diakonie daher um nicht zweckgebundene Spenden oder aber um Spenden für Hilfsprojekte in anderen Gegenden.
Wer für die langfristige Aufbauhilfe in den von der Flut getroffenen Gebieten spenden möchte, kann dies aber nach wie vor bei der Schwesterorganisation "Brot für die Welt" tun. Bei der Deutschen Welthungerhilfe, deren Spendenstand am Dienstag 22 Millionen Euro betrug, hat man sich zu einem solchen Schritt "noch nicht" entschlossen. Entsprechend gehen auch jetzt noch viele Spenden für die Flutopfer ein.