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Flut Hochwasserlage entspannt sich

11.04.2006 ·  In den norddeutschen Elbe-Hochwassergebieten entspannt sich die Lage nur langsam. Die Behörden rechnen damit, daß die Lage bis zum Wochenende kritisch bleibt: Für eine Entwarnung sei es zu früh.

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In den norddeutschen Elbe-Hochwassergebieten entspannt sich die Lage nur langsam. Trotz weiterhin sinkender Pegelstände waren am Dienstag erneut Tausende Helfer im Einsatz, um die durchnäßten Deiche zu sichern. Die Behörden rechneten damit, daß die Lage bis zum Wochenende kritisch bleiben würde. Die SPD im Bundestag forderte unterdessen die alleinige Kompetenz des Bundes beim Hochwasserschutz.

Laut einem Sprecher des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bereitet vor allem die Dauerbelastung der Deiche durch die hohen Wasserstände Probleme. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte er. Allein im niedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg mühten sich mehr als 3000 Helfer, Sickerstellen an den Deichen der Elbe und ihrer Nebenflüsse abzudichten. Kritisch blieb die Lage am Fluß Jeetzel nahe Dannenberg. Durch das Einziehen einer Spundwand und ein teilweises Umleiten der Jeetzel gelang es den Behörden aber, den Wasserspiegel in dem besonders kritischen Bereich um etwa 40 Zentimeter zu senken und den Druck auf die belasteten Deiche zu mindern.

Hitzacker bleibt überflutet

Im niedersächsischen Hitzacker blieb die historische Altstadt komplett überflutet. „Es gibt noch keinen trockenen Zipfel“, sagte eine Sprecherin der Stadt. Der Pegelstand sei jedoch im Vergleich zum Montag um etwa zehn Zentimeter auf 7,47 Meter gesunken. Die Stadt hofft, daß am Freitag größere Teile der Altstadt trocken sein werden.

Hochwasserlage entspannt sich

In Lauenburg in Schleswig-Holstein, wo der Pegelstand um sieben Zentimeter auf gut neun Meter fiel, ist die Hochwassergefahr zwar noch nicht gebannt. Allerdings gelang es den Behörden, die historische Altstadt gegen die Wassermassen zu verteidigen. Die Deiche seien derzeit nicht in Gefahr, sagte ein Behördensprecher weiter. Die Anwohner seien Überschwemmungen zudem gewöhnt und dementsprechend gelassen.

Keine Entwarnung

Auch in Mecklenburg-Vorpommern mußten die Deiche weiterhin dem Druck des Wassers standhalten. „Für eine Entwarnung ist es zu früh“, sagte ein Sprecher des Kreises Ludwigslust. Gefahr für die Schutzwälle bestehe aber derzeit nicht. Von den 126 Sickerstellen an den Deichen im Kreis hätten Helfer 110 bereits abgedichtet.

Der stellvertretende Fraktionschef der SPD, Ulrich Kelber, sagte der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag, Fluten machten an Ländergrenzen nicht halt. Es sei nicht sinnvoll, daß einzelne Anrainer-Länder der Elbe bei der Höhe von Deichen oder der Handhabung von Überflutungsflächen unterschiedliche Standards hätten. Kelber forderte, die geplante Reform des Föderalismus noch einmal zu ändern. Bisher will die große Koalition den Ländern beim Hochwasserschutz umfangreiche Abweichmöglichkeiten gegenüber Bundesrecht einräumen.

Unterdessen war durch Hochwasser auch die Schiffahrt auf dem Rhein weiter stark beeinträchtigt. Trotz eines Absinkens der Pegel in der Nacht seien weiter mehrere Schleusen blockiert, teilte das Lagezentrum in Gambsheim bei Straßburg am Dienstag mit. Die Schleusen Vogelgrun und Rhinau südlich der Elsass-Metropole sollten demnach am Nachmittag wieder öffnen. Das Wehr in der Nähe der deutschen Gemeinde Iffezheim dagegen wahrscheinlich nicht vor Mittwoch. Starke Regenfälle in der Schweiz hatten in den vergangenen Tagen den Rheinpegel stark ansteigen lassen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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