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20 Jahre Mauerfall Im Herzen Europas

10.11.2009 ·  Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall ist es möglich, ein Ereignis zu würdigen, das vielen maßgeblichen Politikern befreundeter Staaten 1989 noch unheimlich war. Und es ist schick geworden, darum zu wetteifern, wer damals mit der „größten Klarheit“ für die Wiedervereinigung eingetreten sei.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
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Zwanzig Jahre später ist es möglich, ein Ereignis zu würdigen, das vielen maßgeblichen Politikern mit uns befreundeter und verbündeter Länder 1989 unheimlich war und das einige mindestens zu verzögern suchten: Paris feiert mit Pomp den Fall der Mauer, in London schmilzt das Eis, in Rom wird gefeiert, und selbst in Sofia fällt eine „Berliner Mauer“ - symbolische Mauerstürze allerorten.

Und es ist schick geworden, heute darum zu wetteifern, wer damals mit der „größten Klarheit“ für die Wiedervereinigung eingetreten sei. Historisch wahr ist: So viele waren es damals nicht, die den von Polen ausgehenden Freiheitsimpuls auch den Ostdeutschen gönnen wollten. Ohne Wenn und Aber vertrauten eigentlich nur die Amerikaner - und zwei, drei Europäer - den Deutschen insgesamt, dass sie die Vereinigung zu einem guten Ende bringen würden. Andere, wie der damalige sowjetische Parteichef Gorbatschow, taten das Ihre, um der Geschichte ihren Lauf zu lassen.

Nicht Obamas Sache

Welche grundstürzende Wirkung das Geschehen vor zwanzig Jahren hatte, war am Montag im historischen Epizentrum zu sehen, in Berlin: Dort zollten die Staats- und Regierungschefs der 26 anderen EU-Länder den Deutschen ihren Respekt. Wer hätte sich seinerzeit vorstellen können, wie groß diese Union der Europäer werden würde und mit welcher Selbstverständlichkeit Deutschland heute als Anker angesehen wird? Die Anwesenheit des russischen Präsidenten war ebenfalls ein Beleg für die Tragweite jener November-Tage, selbst wenn in Moskau heute ein eher autoritärer Wind weht.

Es war naturgemäß die amerikanische Außenministerin Clinton - Präsident Obama hatte schon vor dem Massenmord von Texas nicht vorgehabt, nach Berlin zu kommen; europäische Jahres- und Gedenktage sind offenkundig seine Sache nicht, anders als Olympiawerbeauftritte -, die die Freiheitssehnsucht der Ostdeutschen rühmte und global verstärkte: als Auftrag, jene nicht im Stich zu lassen, die ebenfalls nach Freiheit strebten.

Bundeskanzlerin Merkel wiederum sah im Mauerfall eine Verpflichtung für Deutschland, an der Lösung der Konflikte der Gegenwart mitzuwirken, mögen die Deutschen sich dabei auch gelegentlich überfordert fühlen. Aber an der Ordnung der Welt maßgeblich mitarbeiten zu wollen ist nicht das Schlechteste, was sich über das moderne, „normale“ Deutschland sagen lässt.

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Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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