25.09.2009 · Ja, die Franzosen wissen, wie man es anpackt. Da haben sie doch tatsächlich einen veritablen Aufschwungminister, denn selbstverständlich ist so ein Aufschwung eine Sache, die sich am Kabinettstisch oder per Ordre des Präsidenten beschließen lässt.
Von Von Gerald BraunbergerJa, die Franzosen wissen, wie man es anpackt. Da haben sie doch tatsächlich einen veritablen Aufschwungminister, denn selbstverständlich ist so ein Aufschwung eine Sache, die sich am Kabinettstisch oder per Ordre des Präsidenten beschließen lässt. Dass der Inhaber des schönen Amtes, Patrick Devedjian, eigentlich lieber Justizminister geworden wäre, stört nicht sonderlich. Dass seit Jahrzehnten über eine dringend notwendige Modernisierung des französischen Güterverkehrs auf der Bahn gesprochen wird, ohne dass viel geschehen wäre, ist allerdings auch wahr. Nicht alles, worüber in Paris geredet wird, kommt in der Provinz an.
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Der Dachs hält, wie wir einem Lexikon entnehmen, zwar keinen tiefen Winterschlaf, aber eine sogenannte Winterruhe, die ihn in der kalten Jahreszeit dazu veranlasst, sich in seinen Bau zurückzuziehen und keine hektische Aktivität zu unternehmen. Was für den possierlichen Dachs zutrifft, könnte auch für den Dax gelten. Vom vergangenen Frühjahr bis zum Herbst war er äußerst gut unterwegs, aber nun scheint ihn sein munteres Treiben doch ein wenig erschöpft zu haben.
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Wird Pittsburgh in die Annalen eingehen als ein Gipfeltreffen, das die Welt weitergebracht hat? Das muss erst die Zeit weisen. Aber abseits aller Meinungsverschiedenheiten der Politiker, ihrer Egoismen und der Grenzen internationaler Zusammenarbeit: In der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre war es viel schlimmer, weil die wichtigsten Nationen eher gegeneinander als miteinander agierten, wie zum Beispiel die gescheiterte Weltwirtschaftskonferenz von London im Jahre 1933 belegt.
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Nein, wir waren nicht auf der IAA. Viele andere offenbar auch nicht, denn die Verkehrsverhältnisse in Frankfurt sind erträglich. Das Chaos wird aber noch kommen: Bald ist Buchmesse.
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Auch die amerikanischen Ökonomen haben jetzt ihren Methodenstreit. Wesentlich befeuert wurde er durch Paul Krugman mit einem Aufsatz in der "New York Times". Der Nobelpreisträger griff dabei auf die ebenso hübsche wie allzu vereinfachende, von dem Ökonomen Robert Hall aus den siebziger Jahren stammende Unterscheidung zwischen "Salzwasserökonomen" und "Süßwasserökonomen" zurück. Die Salzwasserökonomen lehren überwiegend an den Eliteuniversitäten der Ostküste wie Harvard, MIT, Yale und Princeton (wo auch Krugman eine Professur hat) sowie an Universitäten der Westküste wie Berkeley. Diese Ökonomen tendieren pragmatisch dazu, Märkte nicht für perfekt zu halten und Staatseingriffe nicht von vornherein abzulehnen. Die Süßwasserökonomen lehren an Universitäten nahe den Großen Seen inmitten des Landes mit dem am Lake Michigan gelegenen Chicago an der Spitze und Rochester, Minnesota und Carnegie Mellon (Pittsburgh) als weiteren Hochburgen. Sie halten Märkte für ziemlich effizient und sind kritisch gegenüber Staatseingriffen. Krugmans Breitseite gegen die seit rund 30 Jahren dominierenden Süßwasserökonomen, die er als weltfremde Ideologen mit schädlichen Theorien bezeichnet, wurde zum Teil wütend zurückgewiesen. Die lehrreichste Replik stammt von Narayana Kocherlakota (Minnesota), der anhand zahlreicher Beispiele belegt, dass die besten jungen Ökonomen längst spannende und realitätsnahe Forschung betreiben, die sich in kein ideologisches Raster einordnen lässt, aber erst noch in die Lehrbücher vordringen muss und daher heute nicht allgemein bekannt ist.
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Eine gute Nachricht zum Schluss: (Nein, es geht nicht um die Bundestagswahl.) Die Winzer in der Champagne sind begeistert von der Qualität der Trauben. 2009 könnte ein edler Jahrgang werden. Derweil sind die Keller voll mit Flaschen aus früheren Jahren, weil der Absatz in der Finanzkrise eingebrochen ist. Da wartet doch eine Aufgabe auf den famosen Aufschwungminister. Monsieur Devedjian, verlegen Sie die Kabinettssitzungen in die Champagne, und trinken Sie mit Ihren Kollegen dort perlenden regionalen Schaumwein anstatt langweiliges stilles Süßwasser aus den Vogesen oder der Auvergne. Dann klappt's garantiert mit dem Aufschwung.