08.05.2009 · So ein Banken-Stresstest wie in Amerika ist eine feine Sache - übrigens mit vorhersehbarem Ergebnis. Oder glaubt irgendjemand, die Regierung würde öffentlich sagen: „Tut uns leid, aber unsere Banken sind pleite“, selbst wenn der Stresstest zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass die amerikanischen Banken pleite sind?
Von Gerald BraunbergerSo ein Banken-Stresstest wie in den Vereinigten Staaten ist eine feine Sache - übrigens mit vorhersehbarem Ergebnis. Oder glaubt irgendjemand, die amerikanische Regierung würde öffentlich sagen: "Tut uns leid, aber unsere Banken sind pleite", selbst wenn der Stresstest zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass die amerikanischen Banken pleite sind? Das Ergebnis ist so ausgefallen, dass es private Investoren ermuntern könnte, den Banken wieder Kapital zur Verfügung zu stellen. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Nur Nouriel Roubini macht nicht mit: Der Ökonom, der die Krise kommen sah, hält den Zustand der amerikanischen Banken für sehr viel ernster, als es der Stresstest verlauten lässt.
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Porsche, Piëch, Wiedeking, Wulff: Uns ist es ziemlich gleichgültig, wer gerade wieder einmal in Salzburg, Stuttgart oder Wolfsburg mit einem Dolch im Gewande herumläuft und auf wen nächstes Mal eingestochen werden soll. Wir wünschen uns Eigentümer und Manager, die ihre ganze Kraft daransetzen, ihre Unternehmen im Wettbewerb voranzubringen, und die über einfallsreiche neue Produkte und Strategien nachdenken. Alles andere erzeugt nur unnötigen Stress innerhalb der Unternehmen. Wenn sich die Beteiligten auf Jahre nicht darüber klar zu sein scheinen, wer Cäsar und wer Brutus ist, kann auf Dauer wenig gedeihen.
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Fiat setzt Opel und die deutsche Politik unter Stress. Was dabei herauskommt, ist noch schwer vorherzusehen. Aber der Versuch der Turiner, sich Chrysler, Opel und Saab auf einmal einzuverleiben, ist schon ambitiös. Andererseits sind Krisenzeiten eben auch Umbruchzeiten, in denen sich Projekte realisieren lassen, die ansonsten undenkbar wären. Und da Fiat - anders bei Schaeffler und Conti oder Porsche und Volkswagen - wohl nicht viel Geld mitbringen muss, sondern im Gegenteil auf staatliche Gelder zu schielen scheint, wird der italienische Traum vielleicht sogar Realität.
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Der deutsche Ökonomenstreit um die Rolle der Wirtschaftspolitik an den Universitäten dreht sich um Methodenfragen, Lehrinhalte und Hochschulpolitik. Er ist aber auch ein Generationenkonflikt, wie es ihn in der Wissenschaft häufig gegeben hat. Die Altvorderen fürchten den Untergang, wenn die Jugend vom herkömmlichen Weg abweicht. Und die Jugend ist der Auffassung, sie schreite auf dem allein richtigen Weg, auf dem die Altmeister halt leider nicht mehr mitkämen. Am Ende wird es so ausgehen, wie es schon früher ausgegangen ist: Aus dem Besten des Alten und dem Besten des Neuen entsteht eine Synthese zum Nutzen des Faches.
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In den deutschen Banken ist etwas los: Gegen 9 Uhr hieß es an diesem Freitag aus Stuttgart: Jaschinski bleibt. Gegen 12 Uhr hieß es aus Stuttgart: Jaschinski geht. Mit dem Wechsel von Siegfried Jaschinski zu Hans-Jörg Vetter erhält die Landesbank Baden-Württemberg einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Die FDP hat auf eine Ablösung Jaschinskis gedrungen, die, von außen betrachtet, nicht zwingend wirkt, auch wenn der Bank ein personeller Neuanfang vielleicht guttun wird. Mindestens so chaotisch wie Vorgänge in Stuttgart war die Begründung der Ablösung: Eine Vertragsverlängerung für Jaschinski hätte ein "unkalkulierbares Risiko" für die Bank bedeutet, teilte Ministerpräsident Oettinger mit. Was soll das heißen? Hatte man Angst, Jaschinski würde das Bankgebäude mit einer Ladung Dynamit in die Luft sprengen? Oder die Kassenräume plündern? Wenn Oettinger gegenüber seinem kleineren Koalitionspartner einknickt, muss er seine Schwäche nicht mit einer Beleidigung Jaschinskis zu kaschieren versuchen.
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Werder Bremen hat den HSV aus zwei Wettbewerben geworfen und kann eine ansonsten missratene Saison doch noch krönen. Wir freuen uns darüber von Herzen, auch wenn wir - ehemals aus landsmannschaftlichen, heute aus unverständlichen Gründen - eigentlich Eintracht-Fan sind. Werder spielt nicht nur offensiven Fußball, sondern ist seit Jahrzehnten ein grundsolide geführter und dennoch erfolgreicher Verein. An Werder könnte sich so manche Firma ein Beispiel nehmen.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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